Arbeitsmarkt im Landkreis Freising"Zunehmend aufnahmefähig"

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Die Arbeitslosenquote im Landkreis Freising ist erneut leicht gesunken, das Vor-Krisen-Niveau wird aber noch nicht erreicht

Von Thilo Schröder, Freising

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Freising ist im Juni erneut leicht gesunken. Das geht aus dem jüngsten Arbeitsmarktbericht der Freisinger Arbeitsagentur hervor. Mit 2,6 Prozent lag die Quote demnach 0,1 Prozentpunkte unter dem Mai-Wert. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 3,0 Prozent. Insgesamt 2897 Menschen sind dem Bericht zufolge als arbeitslos gemeldet, 121 weniger als im Mai beziehungsweise 367 weniger als im April. Vor der Pandemie, im Juni 2019, lag die Quote bei 1,9 Prozent.

Als arbeitssuchend gemeldet waren im Juni laut Bericht 5503 Personen. Das sind 112 weniger als noch im Mai (minus zwei Prozent). Unter den 2897 Arbeitslosen im Landkreis waren demnach mehr Männer (54,2 Prozent) als Frauen. Bezogen auf das Alter war die Gruppe der 50- bis 55-Jährigen absolut betrachtet mit 1125 Arbeitslosen am stärksten betroffen. Bezogen auf alle Erwerbspersonen waren hingegen relativ gesehen die 55- bis unter 65-Jährigen am häufigsten arbeitslos (3,6 Prozent).

Zugleich meldeten Unternehmen im Juni 370 neu zu besetzende Arbeitsstellen, wie es im Bericht weiter heißt. Die Zahl offener Arbeitsangebote im Pool der Arbeitsagentur belief sich damit auf 1328. Hiervon richtete sich das Gros, 1133 Stellen, an Fachkräfte, lediglich 195 Angebote kamen aus dem Helferbereich.

Von den 930 Berufsausbildungsstellen im Landkreis, die der Arbeitsagentur seit dem 1. Oktober 2020 gemeldet wurden, waren im Juni dieses Jahres laut Bericht noch 463 unbesetzt - also etwa die Hälfte. Im selben Zeitraum nahmen demnach 807 Jugendliche auf Ausbildungssuche das Beratungsangebot der Agentur wahr, 294 von ihnen hatten zuletzt noch keine passende Stelle gefunden. Noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz gibt es laut Arbeitsagentur im Einzelhandel, im Verkauf, im Handel, in der Lagerlogistik, im Bereich Zahnmedizin und Medizin, im Büromanagement, in der Speditions- und Logistikdienstleistungsbranche, in Banken, im Bereich Energie- und Gebäudetechnik sowie im Handwerk.

Bei der Freisinger Arbeitsagentur zeigt man sich erfreut, "dass sich unser Arbeitsmarkt zunehmend aufnahmefähig zeigt und aktuell fast alle Personenkreise davon profitieren", sagt Vizechefin Katja Kürmaier. In den kommenden Wochen sei jedoch kurzfristig wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu rechnen. Denn junge Menschen, die derzeit kurz vor dem Abschluss einer Ausbildung stehen, würden nicht alle sofort übernommen. Wer keine Zusage für eine Übernahme habe, solle sich bei der Arbeitsagentur melden, so Katja Kürmaier. Angesichts der hohen Nachfrage nach Fachkräften stünden die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung gut. Im Vergleich mit den drei Nachbarlandkreisen im Bezirk der Freisinger Arbeitsagentur hat der Landkreis Freising die höchste Arbeitslosenquote.

Es folgt laut Bericht der Landkreis Dachau (2,5 Prozent), der Landkreis Erding (2,3 Prozent) und der Landkreis Ebersberg (2,2 Prozent). Im Bezirk insgesamt waren im Juni 9056 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,4 Prozent entspricht (Mai: 2,5 Prozent). Damit setzt sich der abnehmende Trend seit Jahresbeginn fort. Das Niveau der Vor-Krisen-Jahre, etwa eine Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent im Juni 2019, wurde im Bezirk der Arbeitsagentur indes noch nicht erreicht.

© SZ vom 01.07.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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