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"August-Effekt":Zahl der Arbeitslosen im Landkreis steigt

Die Agentur für Arbeit vermeldet für den Landkreis steigende Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat. Der regionale Arbeitsmarkt sei aber weiterhin stabil, so Arbeitsagentur-Chef Nikolaus Windisch.

(Foto: Marco Einfeldt)

Im Vergleich zum Juli ist die Zahl der Arbeitslosen um 0,3 auf 2,2 Prozent gestiegen. Das sei aber im Sommer normal, so Arbeitsagentur-Chef Nikolaus Windisch.

Die Ferienzeit macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, in der Agentur für Arbeit spricht man vom "August-Effekt". Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Besonders ausgeprägt ist diese saisontypische Zunahme im Landkreis Freising. Hier kletterte die Arbeitslosenquote gleich um 0,3 Prozentpunkte nach oben, von 1,9 auf 2,2 Prozent. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag sie bei 2,1 Prozent. In den übrigen drei Landkreisen des Agenturbezirks, in Erding, Dachau und Ebersberg, blieb sie unter zwei Prozent.

Für Arbeitsagentur-Chef Nikolaus Windisch ist diese Entwicklung kein Grund zur Beunruhigung. "Jedes Jahr steigt die Arbeitslosigkeit während der Sommermonate saisonbedingt leicht an." Dies beginne meist bereits im Juli und setze sich im August fort. Zurückzuführen sei dies unter anderem darauf, dass auch in den Personalbüros Urlaubszeit ist. Entscheidungen über Einstellungen würden oftmals vertagt. Außerdem meldeten sich viele junge Menschen im August bei der Arbeitsagentur, die nach dem Ende ihrer Schul- oder Berufsausbildung keinen nahtlosen beruflichen Übergang finden konnten. Deshalb sei die Jugendarbeitslosigkeit wie schon im Juli kurzfristig weiter angestiegen. Spätestens im Herbst werde sich dies seiner Erfahrung nach wieder ändern, prognostiziert Windisch und betont: "Der regionale Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil und für derartige Schwankungen gut gewappnet."

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Im Landkreis Freising waren im August 2401 Frauen und Männer auf der Suche nach einer Stelle, 266 mehr als im Juli. Darunter waren auch 348 junge Leute unter 25 Jahren. Dennoch bewegte sich auf dem Markt trotz der Ferienzeit einiges: Zwar meldeten sich 1029 Landkreisbürger neu bei den Arbeitsvermittlern an, gleichzeitig fanden 742 Personen eine Beschäftigung. Auch zahlreiche Job-Angebote aus dem Landkreis gingen in der Agentur ein. Die Unternehmen informierten über 468 neu zu besetzende Stellen. Im Pool befanden sich somit insgesamt 2015 Offerten.

Viele Betriebe suchen nach wie vor Auszubildende

Gut fällt die Zwischenbilanz für den Ausbildungsmarkt aus. Kurz vor dem Start der meisten Ausbildungsverhältnisse am 1. September ist der allergrößte Teil der Jugendlichen untergekommen. Seit Beginn des Berufsberatungsjahrs am 1. Oktober 2018 meldeten die Freisinger Unternehmen insgesamt 1185 offene Ausbildungsplätze. 366 davon waren im August noch unbesetzt. Im gleichen Zeitraum ließen sich 1000 junge Leute in der Arbeitsagentur beraten, 927 haben inzwischen eine Ausbildungsmöglichkeit gefunden.

"Viele Betriebe suchen nach wie vor händeringend geeignete Auszubildende", sagt Windisch. "Wer also aktuell noch einen passenden Ausbildungsplatz sucht, hat auch jetzt gute Chance, seine Lehrzeit in diesem Jahr beginnen zu können." Bis Dezember sei ein Einstieg zu realisieren. Offen sind im gesamten Agenturbezirk beispielsweise allein 94 Ausbildungsplätze für Kaufleute im Einzelhandel, 48 für Fachkräfte Lagerlogistik, 47 für Kaufleute im Bereich Spedition- und Logistikdienstleistungen sowie 44 für zahnmedizinische Fachangestellte. Auch im Handwerk werden noch Azubis gesucht.

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