MoosburgNeuer Betreiber belebt den Aquapark

Lesezeit: 3 Min.

Einst war er schon als Gast im Aquapark, jetzt ist  André Schröder der Betreiber des Freizeitareals am Badesee.
Einst war er schon als Gast im Aquapark, jetzt ist  André Schröder der Betreiber des Freizeitareals am Badesee.
Marco Einfeldt
  • André Schröder hat den Aquapark bei Moosburg übernommen und startet zunächst mit einer Testphase im August.
  • Der 24-Jährige will das Freizeitgelände langfristig zu einem Erlebnisstandort mit Biergarten, Konzerten und Weihnachtsmarkt entwickeln.
  • Vor der Eröffnung entfernte Schröder mit Helfern mehrere Kubikmeter Müll und erneuerte die Sanitäranlagen teilweise.
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André Schröder startet zunächst mit einer Testphase im August. Für die Zukunft des Freizeitgeländes bei Moosburg hat er aber bereits weitere Ideen.

Von Petra Schnirch, Moosburg

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Mit Sonnenschirm unterm Arm, Luftmatratzen und Bollerwagen voller Badeutensilien strömen die Besucher an diesem heißen Augustnachmittag in den Aquapark. Endlich ist das Gelände in Moosburg wieder ausflugstauglich: Der Müll ist entfernt, am Kiosk gibt es Eis und kühle Getränke, die Toiletten sind geöffnet. Schnell hat sich herumgesprochen, dass es einen neuen Betreiber gibt. André Schröder startet zunächst mit einer Testphase im August, hat für die Zukunft aber bereits weitere Ideen.

Viel Vorlauf für die Eröffnung hatte Schröder nicht, deshalb sei auch nicht alles perfekt, sagt er. Doch die Badegäste scheint das wenig zu stören. Viele sind einfach froh, dass die zuletzt verwahrlost wirkende Anlage wieder bewirtschaftet wird – und sie haben viele Fragen an den drahtigen jungen Mann, der trotz des Trubels gute Laune ausstrahlt. Gibt es künftig auch Currywurst? Geht es nach der Saison weiter? „Das Feedback ist sehr positiv“, sagt Schröder. Während des Gesprächs wird er immer wieder unterbrochen, weil ein Mitarbeiter Hilfe benötigt.

Die Vereinbarung für den Testbetrieb mit dem Eigentümer des Areals, der Firma Evago, war kurzfristig zustande gekommen. Den Vertrag unterschrieb Schröder erst eine Woche vor dem Start. Bewogen, das geschäftliche Wagnis einzugehen, hat ihn der Zustand des Freizeitgeländes. Vor drei Jahren habe er dort bei einem Besuch in Moosburg einen Cocktail getrunken und die schöne Atmosphäre genossen, erzählt der Influencer und Unternehmer. Seit Anfang des Jahres lebt er in der Nähe. Er sei enttäuscht gewesen, als er vor wenigen Wochen wieder zum Aquapark zurückkehrte. Kiosk und Terrasse waren von einem großen Bauzaun umgeben, die Mülltonnen quollen über. „Es sah sehr trostlos aus.“

Interessenten für den Betrieb des Aquaparks gab es immer wieder, keiner konnte den Eigentümer aber offenkundig überzeugen. Bei dem 24-Jährigen war das anders. Er verfüge über ein großes Netzwerk, sagt André Schröder. Unterstützung erhält er zudem von Influencer Finnel, der in der Nähe von Moosburg aufwuchs und mit dem er seit Jahren befreundet ist. „Es hat sich richtig angefühlt“, meint Schröder und fügt hinzu: „Egal, was man macht – es ist besser, als es ist.“

Das SUP-Board darf am Badesee nicht fehlen.
Das SUP-Board darf am Badesee nicht fehlen.
Marco Einfeldt

Noch ist eine Verlängerung des Betriebs nicht besiegelt. Doch der 24-Jährige hat viele Ideen für die Zukunft, wie es weitergehen könnte. Er würde den Aquapark langfristig gern zu einem „Erlebnisstandort“ entwickeln: mit Candle-Light-Dinners, Biergarten, Weihnachtsmarkt, Konzerten. Eine weitere Vision ist ein Outdoor-Spieleparadies.

„Total glücklich“, dass sich für den Aquapark ein neuer Betreiber gefunden hat, ist der Moosburger Bürgermeister Maximilian Mader. Für die Bürgerinnen und Bürger sei das ein Mehrwert, sagt er. Zudem sei das zuletzt drängende Müllproblem gelöst. Die Stadt hatte die herumliegenden Abfallberge vor einigen Wochen auf eigene Kosten entsorgt, obwohl sie dafür eigentlich gar nicht zuständig ist. Doch bei der Stadtverwaltung seien täglich Beschwerden eingegangen, schildert der Bürgermeister.

Einige Badegäste sind gut ausgestattet. Am frühen Nachmittag ist eher ruhig, werktags kommen die Besucher bei schönem Wetter meist etwas später.
Einige Badegäste sind gut ausgestattet. Am frühen Nachmittag ist eher ruhig, werktags kommen die Besucher bei schönem Wetter meist etwas später.
Marco Einfeldt
Wem es nicht zu heiß dafür ist, der kann auch Beachvolleyball spielen.
Wem es nicht zu heiß dafür ist, der kann auch Beachvolleyball spielen.
Marco Einfeldt

In der Zwischenzeit hatte sich schon wieder einiges angesammelt. Schröder entfernte gemeinsam mit 20 bis 30 Helferinnen und Helfern – „ein großes Team aus Familie und Freunden“ – vor der Eröffnung erneut „einige Kubikmeter Müll“. Außerdem reinigten sie die Sanitäranlagen gründlich und erneuerten sie teilweise. Nun werden sie mehrmals in der Stunde geputzt.

Der Betrieb des Aquaparks ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Die jährlichen Fixkosten liegen laut Schröder im sechsstelligen Euro-Bereich. Decken will er sie unter anderem mithilfe von Sponsoren. Wichtige Einnahmequelle sind zudem die Parkgebühren von fünf Euro pro Tag. Man arbeite daran, dass zusätzlich Stundentickets für alle angeboten werden, die nur kurz schwimmen wollen, schildert er.

Für Besucher mit Hunden wird eine Lösung gesucht

Geplant ist eine vollwertige Gastronomie, am Kiosk soll es aber auch typische Badesee-Kost geben wie Pommes. Zurzeit übernehmen Foodtrucks die Verpflegung der Badegäste – wenn nicht gerade, wie an diesem Tag, der Strom ausfällt. Ein Elektriker, der sich des Problems annimmt, ist schnell gefunden. Ein Badegast hat ihn vermittelt, auf dem kurzen Dienstweg sozusagen. „Wichtig war uns, von Tag eins an Essen anzubieten“, sagt Schröder.

Noch ungeklärt ist die Frage, wie künftig mit Hunden umgegangen werden soll. Derzeit sind sie im Aquapark verboten, darauf weisen schon am Eingang große Schilder hin. Schröder kann sich jedoch einen eigenen Hundestrand vorstellen. Ein eigenes Team beschäftigt sich mit dieser Frage. Vorschläge aus der Bevölkerung sind ausdrücklich willkommen.

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