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Ambitioniertes Vorhaben in Freising:Zentraler Server

Die Tage der alten Berufsschule sind gezählt. Sie wird durch einen Neubau ersetzt. Auf dem Gelände will der Landkreis auch ein Rechenzentrum unterbringen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Landkreisschulen sollen eigenes Rechenzentrum bekommen

Von Peter Becker, Freising

Samuel Fosso (Freisinger Mitte) ist begeistert und brachte das im Schulausschuss des Kreistags deutlich zum Ausdruck. "Das ist ambitioniert. Hut ab", lobte der Kreisrat. Florian Plajer vom Tief- und Hochbauamt des Landkreises hatte gerade verkündet, dass der Landkreis beabsichtigt, für seine Schulen ein eigenes Rechenzentrum zu bauen. Es soll auf dem Gelände an der Wippenhauser Straße entstehen, das der Landkreis gerade für sein neues Berufsschulzentrum überplant. Die notwendige Fläche von etwa 75 Quadratmetern müsste dem Raumprogramm zugeschlagen werden.

Plajer gab im Ausschuss einen Überblick zum Planungsstand des Berufsschulzentrums. Der Landkreis arbeitet bei diesem Projekt eng mit der Stadt Freising zusammen. Darum macht es Sinn, dass der Schulausschuss zwei Kreisräte in den Zirkel der Sachpreisrichter wählte, die zugleich Freisinger Stadträte sind. Es sind dies Eva Bönig (Grüne) und Fosso. Hans Sailer (FW), Lehrer an der Fachober-/Berufsoberschule und jetziger Auer Bürgermeister, wurde wegen seiner fachlichen Kompetenz in das Gremium gewählt. Sie entscheiden mit Landrat Helmut Petz, Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (FSM) und Berufsschulleiter Matthias Fischer sowie sieben Fachpreisrichtern über den Sieger eines noch auszulobenden Architektenwettbewerbs. Geplant ist ebenso eine Bürgerinformation zu dem Projekt.

Plajer sagte, dass die meisten von der Stadt Freising als zuständige Planungsbehörde in Auftrag gegebenen Gutachten abgeschlossen seien. Dazu gehören etwa Untersuchungen zum Lärmschutz, Altlasten auf dem Gelände und ein integriertes Lärmkonzept mit zentraler Busstation. Letztere könnte zwischen den beiden Baugrundstücken angesiedelt werden.

Im Zuge der Planung entstand die Idee, auf dem Gelände ein eigenes Rechenzentrum für die landkreiseigenen Schulen zu bauen. Grund dafür ist der immer umfangreichere Einsatz von IT an den Landkreisschulen. Dadurch steigen die Anforderungen an die Umgebung, in welcher die Server untergebracht sind. Dieses lasse sich "in dezentralen Szenarien immer schwerer abbilden", begründet die Verwaltung den Bedarf. Die Anbindung der Schulen mit Glasfaser versetze den Landkreis in die Lage, seinen Schulen ein zentrales Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen.

Berufsschulleiter Fischer berichtete von einer Aufbruchstimmung an seiner Schule. Die älteren Kollegen hätten die Hoffnung auf einen Neubau längst aufgegeben, sagte er. Von der Schulbauberatung fühlten sie sich hervorragend mitgenommen. Sailer sagte, er hoffe, dass er den Neubau des Berufsschulzentrums als Kreisrat noch miterlebe. Die Planungen dazu hätten vor 15 Jahren angefangen. Drei Landräte und drei Leiter der Berufsschule hätten sich in der Vergangenheit damit beschäftigt.

© SZ vom 04.07.2020

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