"Am Kirchenpoint" in Achering Stadt setzt ihren Willen durch

Planungsausschuss stimmt abgespeckter Variante für den Straßenausbau mehrheitlich zu - die Anwohner müssen zahlen

Von Kerstin Vogel

Die Stadt unternimmt einen neuen Anlauf zum Ausbau der Straße "Am Kirchenpoint" in Achering. Der Planungsausschuss hat am Mittwoch mit 9 : 5 Stimmen einer abgespeckten Planung dafür zugestimmt. Vorausgegangen war dem erneut eine Debatte über Sinn und Unsinn der Maßnahme.

Bereits im Juni 2011 hatte der Ausschuss auch mit 9 : 5 - einen Projektbeschluss für den Straßenausbau gefasst. "Am Kirchenpoint" verknüpft die B 11 mit der Straße zwischen Pulling und Achering und hat an dem Teilstück bis zur Kirche, das ausgebaut werden soll, nur drei Anwohner. Die damals veranschlagten Kosten beliefen sich auf 227 000 Euro - die zu 90 Prozent von den Anliegern getragen werden sollten. Mindestens einer befürchtete seinen Ruin.

Doch die Stadt stand und steht auf dem Standpunkt, dass die Erschließungsbeitragssatzung laut Bundesbaugesetz in solchen Fällen keine andere Wahl lässt. Stadträte von Grünen und ÖDP wollten den Beschluss dennoch dem Stadtrat zur endgültigen Entscheidung vorlegen - dazu kam es jedoch nicht: Der für den Ausbau notwendige Grunderwerb war unterdessen gescheitert. Am Mittwoch nun legte die Stadtverwaltung einen neuen Vorschlag für das umstrittene Projekt vor. Durch eine kostengünstigere Variante für die Entwässerung und den Verzicht auf Gehwege wurden die Kosten auf rund 185 000 Euro gedrückt. Insgesamt musste die Stadt nur noch 55 Quadratmeter Grund kaufen - ein Geschäft, das am Mittwochvormittag besiegelt worden war. Man wolle die Maßnahme abschließen, bevor das Straßenbauamt im August mit dem geplanten Ausbau der Bundesstraße 11 in Achering beginne, hieß es. Jürgen Maguhn und Manfred Drobny (Grüne), Benno Zierer und Karl-Heinz Freitag (Freie Wähler) sowie Erich Irlstorfer (CSU) bezweifelten die Notwendigkeit jedoch weiterhin. Auch 185 000 Euro seien für drei Anlieger zu viel, sagte Irlstorfer. Zierer äußerte die Befürchtung, dass die ausgebaute Straße durch den Schwerlastverkehr im Zusammenhang mit dem Bau der Neufahrner Kurve wieder ruiniert werden könnte. Die Mehrheit im Ausschuss teilte diese Bedenken nicht.