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Der 11. Februar ist "Tag des Notrufs":Die Nummer für den Ernstfall

Heinrich Märkl

Heinrich Märkl, ehrenamtlicher Ortsbeauftragter der Johanniter in Allershausen, hält sich konsequent an die Hygienevorschriften.

(Foto: Lukas Barth)

Die Johanniter Unfallhilfe in Allershausen erinnert an die Bedeutung der Ziffern 112 und die richtigen Verhaltensweisen im Notfall.

Von Gabriel Wonn, Freising

Der heutige Donnerstag, 11. Februar, ist der "Europäische Tag des Notrufs". Seit 2009 rette die allseits bekannte Rufnummer "112" in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Leben, heißt es vom Regionalverband Oberbayern der Johanniter Unfallhilfe. Daher möchte man nicht nur immer wieder auf die richtigen Verhaltensweisen bei der Wahl der Notfallnummer hinweisen, sondern auch über die aktuelle Situation in Corona-Zeiten informieren.

Laut Stephan Hollmüller, gemeinsam mit seinem Team für die Notfallversorgung in ganz Oberbayern zuständig, sei den Johannitern bereits zu Anfang des Jahres 2020 klar gewesen: "Da kommt etwas auf uns zu." Die grundsätzlichen sogenannten "W-Fragen" wie "Wo ist das Ereignis?", "Wer ruft an?", "Was ist geschehen?", "Wie viele Betroffene?" und das Warten auf Rückfragen seien immer das Wichtigste, dennoch werde inzwischen auch zusätzlich abgefragt, ob es Erkenntnisse zu einer Covid-Infektion gebe.

Höllmüller betont ausdrücklich, dass sich dadurch grundsätzlich nichts an der Notfallversorgung ändere: "Wer den Notruf wählt, kann sich aber zu jedem Zeitpunkt darauf verlassen, dass er die nötige Hilfe bekommt." Denn auch das Rettungspersonal sei vorbereitet und diszipliniert. Man sei stolz darauf, dass sich "trotz teilweise täglichem Kontakt mit Covid-Erkrankten" niemand aus den oberbayrischen Rettungsteams mit dem Virus infiziert habe.

Weniger Unfälle, aber mehr Notfälle in Seniorenheimen

Wie also sehen die Schutzmaßnahmen für Notfallteams konkret im Landkreis Freising aus? Heinrich Märkl, Ortsbeauftragter in Allershausen, berichtet: "Das Zauberwort ist die Stringenz. Wir machen nichts anderes als alle anderen auch: Wir halten unseren Abstand, wir nutzen FFP2-Masken, sorgen für eine vernünftige Flächendesinfektion im Rettungswagen und das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung. Ich glaube, gerade im Gesundheitswesen sind wir einfach ausgesprochen sensibilisiert."

Es komme darauf an, die Maßnahmen lückenlos und konsequent einzuhalten: "Nachlässigkeit ist der größte Fehler. Ich hatte schon in der ersten Corona-Welle mit vielen Erkrankten zu tun und habe mich nie infiziert. Nicht, weil ich besonders viel Glück gehabt habe, sondern weil ich vielleicht einfach ein akkurater Mensch bin." Auf die Frage, ob es durch Corona mehr oder weniger Notrufe gebe, zeichnen die oberbayrischen Johanniter ein gemischtes Bild. So gebe es durch das Herunterfahren des täglichen Lebens im Lockdown weniger Unfälle, aber gleichzeitig durch die Pandemie selbst gerade in Altenheimen mehr Notfälle.

Märkl bestätigt diese Einschätzung auch für Freising: "Ein deutlicheres Aufkommen an Einsätzen insgesamt gibt es - in meiner ganz persönlichen Wahrnehmung - nicht." Das Coronavirus sei aber eine Krankheit, die zu den üblichen eben dazukomme. Man sei immer dann besonders gefordert, wenn eine sogenannte "Kohortierung" auftrete. Wenn Menschen in Asylbewerberheimen infiziert seien oder man Personen aus Pflegeheimen und Krankenhäusern verlegen müsse, gebe es für die Hilfsorganisation "innerhalb von kürzester Zeit einen riesigen Aufwand." Dies treffe auch für Einsätze in Altenheimen zu, wo man auch als "mobiles Impfteam" unterwegs sei.

Er selbst sei aufgrund der Priorisierung von Rettungskräften schon geimpft, sagt Märkl. Als Notfallversorger, der in stetem Kontakt mit der Corona-Bekämpfung steht, macht er den Freisingerinnen und Freisingern Mut: "Das, was im Landkreis Freising passiert, das ist schon sehr gut. Im Corona-Zentrum läuft es rund und strukturiert." Er könne das aus eigener Erfahrung gut beurteilen: "Wir sind wirklich sehr gut organisiert. Was das Impfen betrifft, sind wir gut dabei und geben als Ehrenamtliche ohne Blick auf die Uhr oder den Wochentag richtig Gas. Die Menschen können optimistisch sein."

© SZ/nta
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