Landschaftsschutzgebiet Ampertal:Die Kinder sollen mal bauen dürfen

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Landschaftsschutzgebiet Ampertal: Idyllisch ist sie Landschaft rund um den Allershausener Ortsteil Tünzhausen. Das Dorf liegt im Landschaftsschutzgebiet "Ampertal im Landkreis Freising", aus dem gut ein Hektar Fläche herausgenommen werden soll.

Idyllisch ist sie Landschaft rund um den Allershausener Ortsteil Tünzhausen. Das Dorf liegt im Landschaftsschutzgebiet "Ampertal im Landkreis Freising", aus dem gut ein Hektar Fläche herausgenommen werden soll.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Gemeinde Allershausen beantragt die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Ampertal im Landkreis Freising".

Von Peter Becker, Allershausen

Göttschlag und Tünzhausen sind zwei kleine Weiler, die zur Gemeinde Allershausen gehören. Sie bestehen jeder aus einigen Anwesen, deren Besitzer sich wünschen, dass ihre Kinder mal nicht wegziehen müssen, sondern am Ort bauen können. Dazu bedarf es jedoch der Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Ampertal im Landkreis Freising". Es geht um etwas mehr als ein Hektar. Der Planungsausschuss des Kreistags hat dem Antrag der Gemeinde zugestimmt. Die Verwaltung soll nun das nötige Änderungsverfahren zur Herausnahme der beantragten Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet einleiten. Gleichzeitig soll sie mit der Gemeinde Allershausen verhandeln, ob es Flächen gibt, die man in das Schutzgebiet einbeziehen könnte.

Auch der Naturschutzbeirat hat dem Vorhaben bereits zugestimmt und von Seiten der Verwaltung gibt es ebenso keine Einwände. Die Eingriffe seien vertretbar, hieß es von deren Seite. Die betroffenen Flächen befinden sich jeweils am Ortsrand der kleinen Dörfer. Derzeit werden sie zur Landwirtschaft oder als Gärten genutzt. Es handele sich um Parzellen, auf denen sich ortsansässige Bürgerinnen und Bürger dereinst Häuser bauen könnten. Doch die Gemeinde muss erst Baurecht schaffen.

Allershausen beteiligt sich seit Jahren rege am Naturschutz

Jörg Steiner von der Naturschutzbehörde am Landratsamt versicherte, dass sich die Gemeinde Allershausen um einen Flächenausgleich bemühe. Viel Luft nach oben gebe es dabei aber nicht, schränkte er ein. Was quantitativ nicht gehe, könnte womöglich qualitativ funktionieren. Steiner lobte die Gemeinde dafür, dass sie sich seit Jahren aktiv in die Naturschutzprojekte des Landkreises einbringt. Als Beispiel nannte er die Unterstützung eines Quellschutzprojekts zusammen mit dem Landschaftspflegeverband und der Heinz-Sielmann-Stiftung. Steiner verwies vergleichsweise auf eine Herausnahme einer Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet "Isartal" bei Mintraching. Dort habe es ebenfalls keine Ausgleichsfläche geben. Dafür will Neufahrn die Dietersheimer Brenne aufwerten.

Michael Stanglmaier (Grüne) störte sich daran, dass noch keine Ausgleichsflächen in Aussicht seien. Eine Abstimmung halte er deshalb für schwierig. Während es sich bei Göttschlag tatsächlich um eine reine Ortsabrundung handelt, liege der Fall in Tünzhausen schwieriger. In dem Straßendorf würde in zweiter Reihe gebaut, weshalb Maria Lintl (FSM) auf eine ordentliche Ortsplanung drängte.

An der Gemeinde Allershausen liegt es jetzt, Baurecht zu schaffen. Landrat Helmut Petz (FW) sagte, deren Stellungnahme zum Stand der Dinge liege noch nicht vor. Manche Einwände kämen zu früh, weil man noch ganz am Anfang des Verfahrens stehe. Details ergäben sich erst im weiteren Verlauf.

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