Süddeutsche Zeitung

Kandidatin für Bundestagswahl:FDP nominiert "norddeutsche Dern"

Eva Maria Schmidt aus Hallbergmoos wird zur Kandidatin des Stimmbezirks 214 für die Bundestagswahl bestimmt.

Von Peter Becker, Allershausen

Als "norddeutsche Dern" hat sich Eva Maria Schmidt am Mittwochabend den Liberalen aus dem Stimmbezirk 214 vorgestellt. Die 20 Wahlberechtigten quasi mitten aus dem Herzen Altbayerns störten sich nicht an der Herkunft der Hallbergmooser Unternehmerin. Sie nominierten sie einstimmig zu ihrer Kandidatin für die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Schmidt stellte sich als politische Novizin in den Dienst der FDP. Dass sie tatsächlich das Direktmandat gewinnen werde, damit rechnen weder sie noch ihre Parteikollegen.

FDP-Kreisvorsitzender Timo Ecker sagte, den Liberalen im nächsten Jahr seine Stimme zu geben, sei sicher die richtige Entscheidung. Dieser Ansicht ist auch Thomas Neudert, Kreisvorsitzender der Pfaffenhofener FDP, die zusammen mit den Liberalen aus dem Kreis Freising und Teilen von Neuburg-Schrobenhausen den Wahlkreis 214 bildet. Er hatte 2017 kandidiert und mit einem Erststimmenanteil von 7,2 Prozent aus seiner Sicht ein achtbares Ergebnis erzielt. Als Vorteile seiner damaligen Kandidatur nannte Neudert, damals Land und Leute besser kennen gelernt zu haben. "Ich habe sehr viel Nutzen daraus gezogen."

"Ich fühle mich in Hallbergmoos wohl", betonte Eva Maria Schmidt in ihrer Vorstellungsrede. Dort betreibt sie ein Beratungsbüro, das sich mit Personaltraining beschäftig. Darin geht es unter anderem darum, die individuelle Motivation von Menschen zu stärken und ihre persönlichen Stärken zu fördern.

An den Liberalen schätzt Schmidt das Prinzip der Eigenverantwortung

Was ihre politische Vita anbelangt, bezeichnet sich Eva Maria Schmidt als "absoluten Frischling". Bislang habe sie keinerlei Parteiarbeit geleistet. Dem Kreisverband gehört sie nach einem Gespräch mit dem damaligen Vorsitzenden Martin Alberti an. Dessen guter Verlauf habe sie dazu bewogen, den Liberalen beizutreten. "Ich bin nicht eingetreten, um Karriere zu machen", stellte Eva Maria Schmidt gegenüber den Wahlberechtigten klar. Interessant ist der politische Hintergrund der FDP-Kandidatin für den Bundestag. "Ich bin sozialdemokratisch aufgewachsen. Mit allem Drum und Dran", schilderte sie. Ihre Sympathie für die Liberalen begründet Eva Maria Schmidt mit dem Prinzip der Eigenverantwortung, das diese hochhalten. "Menschen haben ein Hirn und ein Herz, das sie einsetzen können", sagte die Hallbergmooserin. Sie versuche mit ihrer 30-jährigen Berufserfahrung Potenziale von Menschen zu entwickeln und diesen ein Umfeld zu schaffen, in denen sie innovative Ideen entwickeln könnten. Sie sei eine Allrounderin, bekannte sie, die gern auf vielen verschiedenen Hochzeiten tanze, aber immer geflissentlich alle Punkte abarbeite.

"Ich kann gut zuhören", nennt sie eine ihrer weiteren persönlichen Qualitäten. Außerdem bringe sie viel Fach- und Sozialkompetenz mit. "Ich bin ein Freigeist", bekannte Eva Maria Schmidt, "und sage immer, was ich denke." Mit Kritik an der eigenen Partei spart sie nicht. Etwa an der Gesprächskultur, wo vom Podium herab Witzchen über Parteikollegen gemacht würden. Die hätten sich dagegen nicht gewehrt. "Das würde es mit mir nicht geben!", versicherte Eva Maria Schmidt.

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