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Allershausen:Der Bedarf ist unbestritten

Die Gemeinde will in den sozialen Wohnungsbau einsteigen

Von Petra Schnirch, Allershausen

Die Gemeinde Allershausen will in den sozialen Wohnungsbau einsteigen. Alle Fraktionen befürworteten in der Sitzung am Dienstag einen entsprechenden Antrag von Leonhard Held (CSU) grundsätzlich. Da noch viele Fragen offen sind, soll eine Vertreterin der Regierung von Oberbayern nach Möglichkeit bald über Auflagen und Möglichkeiten informieren, denn über das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm unterstützt der Freistaat Gemeinden bei solchen Vorhaben finanziell.

"Der Bedarf ist auch in unserer Gemeinde unstrittig", heißt es in Helds Antrag. Der Zuzugsdruck und die damit verbundenen Spielräume für Mieterhöhungen ließen nicht erwarten, dass sich die Situation ändern werde. Zwar habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren ein Baulandmodell für Einheimische aufgelegt. Es gebe aber viele Familien, die es sich auch zu diesen vergünstigten Konditionen nicht leisten könnten zu bauen. Außerdem schaffe die Gemeinde Vermögenswerte. Den geforderten Eigenanteil von zehn Prozent könne sie in Form des Grundstücks einbringen, das sei ein Wert von etwa 800 000 Euro. Der Zuschuss decke 30 Prozent der Kosten ab, Darlehenszinsen fielen keine an.

Held rechnete vor, dass bei einer jährlichen Tilgung von 93 000 Euro das Projekt in etwa 20 Jahren abbezahlt wäre, Tragen würden sich die Ausgaben weitgehend durch die Vermietung der 16 bis 18 Wohnungen. Nach 20 Jahren würde auch die Bindungsfrist entfallen und die Allershausener könnten frei entscheiden, an wen sie zu welchem Preis vermieten wollten. Die Baukosten gab er nach einer groben Schätzung mit etwa drei Millionen Euro an.

Mit seinem Vorstoß rannte Held im Gemeinderat offene Türen ein. Er habe sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, ein solches Projekt umzusetzen, sagte Bürgermeister Martin Vaas (PFW). "Der Antrag kommt zur richtigen Zeit." Er könne das Anliegen nur unterstützten, meinte auch Peter Colombo (PFW). Schließlich hätten im Wahlkampf alle Gruppierungen die Schaffung von günstigem Wohnraum gefordert. Wichtig sei, dass das Gebäude in Gemeindehand bleibe. Auch Beschäftigte der Kommune könnten dort untergebracht werden. "Das ist eine Win-win-Situation für alle." Gerade bei der Suche nach Kita-Personal sei das ein Standortvorteil, fügte Vaas hinzu. Auch Zweiter Bürgermeister Manuel Mück (CSU) fand es wichtig, dass die Gemeinde "ein bisschen steuern" könne, wer dort reinkomme. "Wenn nicht jetzt, wann dann?", sagte er mit Blick auf die hohe staatliche Förderung.

Auch ein Grundstück haben die Allershausener Gemeinderäte bereits im Auge. Im Neubaugebiet Eggenberger Feld-Süd sind auch Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Auf einer der Parzellen könnte das Projekt verwirklicht werden. Stefan Zandt (PFW) schlug vor, eine Arbeitsgruppe zu gründen.

© SZ vom 10.06.2021
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