Nach parteiinternen Querelen in der Allershausener CSU tritt Bianca Kellner-Zotz aus der Partei aus und gibt auch ihren Sitz im Gemeinderat auf. Anlass war ein Streit um die Kandidatur für das Amt des Zweiten Bürgermeisters. Dieses reklamierte Ortsvorsitzender Manuel Mück für sich, obwohl dafür zunächst Kellner-Zotz vorgesehen war, wie beide bestätigen. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am Dienstag wurde Mück dann auch gewählt. Dritter Bürgermeister ist Josef Lerchl (SPD). Kellner-Zotz war nicht anwesend. Ihre Entscheidung begründete sie damit, dass die Vertrauensbasis für sie nicht mehr gegeben sei. „Ich bin sehr enttäuscht.“
Bianca Kellner-Zotz war Bürgermeisterkandidatin der CSU. Gegen Amtsinhaber Martin Vaas (PFW) verpasste sie zwar die Stichwahl, fuhr mit 38 Prozent aber ein respektables Ergebnis ein – sie schnitt deutlich besser ab als die CSU-Bewerber vor ihr. Bei der Gemeinderatswahl war Mück jedoch Häufelkönig und erhielt sogar mehr Stimmen als Bürgermeister Vaas, der auf der PFW-Liste stand.
Deshalb habe er sich umentschieden, sagte Mück. Er verhehlt nicht, dass er für die Kommunalwahl 2032 erwägt, nach 2014 erneut als Bürgermeisterkandidat in Allershausen anzutreten. Das hatte auch Kellner-Zotz für sich nicht ausgeschlossen, sie habe im Wahlkampf viel Zustimmung erfahren. Das Amt des Bürgermeister-Stellvertreters ist keine schlechte Ausgangsbasis dafür, weil man viele Termine wahrnimmt und in der Gemeinde präsent ist.
In Allershausen steht nun mit Vaas, Mück und Lerchl dasselbe Trio an der Spitze wie in den vergangenen sechs Jahren. Die Parteifreien Wähler hätten beschlossen, Mück zu unterstützen, sollte er kandidieren, berichtete Vaas. Einen eigenen Bewerber wollten sie nicht benennen. Der Rest sei CSU-interne Sache. Im Zweifel wäre er bei einer Kampfkandidatur auch gegen Kellner-Zotz angetreten, sagte Mück der SZ. Dass es in der örtlichen CSU derzeit zwei Lager gibt, bestreitet er nicht. Er sei aber zuversichtlich, dass dies keine Gräben hinterlassen werde.

Für Kellner-Zotz, die sechs Jahre lang dem Gemeinderat angehörte, ist das politische Engagement vorerst beendet. Kurz- bis mittelfristig habe sie keine Ambitionen mehr, sagte sie. „Das war keine impulsive Entscheidung.“ Sie hätte sich gern weiterhin für Themen wie Kinderbetreuung, Ortsentwicklung und Wirtschaft in dem Gremium eingesetzt und hatte sich im Wahlkampf für die Einführung eines Wirtschaftsreferenten starkgemacht – eine Aufgabe, die sie selbst gereizt hätte. Angst, mit ihren Positionen anzuecken, hatte sie nie. Jetzt zieht sie einen Schlussstrich. Sie sei kein Mensch, der lange in die Vergangenheit schaut. Bürgermeister Vaas zeigte sich sehr überrascht über diesen Schritt.
Als ihr Rückzug bekannt wurde, habe sie Hunderte Whatsapp-Nachrichten und E-Mails bekommen, berichtete Kellner-Zotz. Sie sei angesprochen worden, ob sie dem Gemeinderat nicht als unabhängiges Mitglied angehören wolle, „aber das hätte mir keine Freude mehr gemacht“. Sie sei einfach enttäuscht, dass jemand, der im CSU-Kreisverband eine so wichtige Rolle spiele, sie fallen gelassen habe, sagte sie an die Adresse Mücks gerichtet. Doch wenn jemand Unterstützung brauche, werde sie sich „nicht wegducken“.

