Ein breites Bündnis will am Montag, 15. Juni, gegen eine AfD-Veranstaltung mit Alice Weidel in Moosburg demonstrieren. Die Bundesvorsitzende der in Teilen rechtsextremen Partei kommt zu einem „Bürgerdialog“ in die Stadthalle. Um 17.30 Uhr formiert sich in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort ein Protestzug an der Rektor-Weh-Straße. Zeitgleich beginnt in der Halle der Einlass. Nach Redebeiträgen und Musik führt die Demonstration über die Münchner Straße zur Abschlusskundgebung auf dem „Plan“. Das Motto lautet: „Gemeinsam. Laut. Jetzt. Für Vielfalt statt Zwiespalt.“ Die Organisatoren wollen sich damit gegen „Ausgrenzung, Hass und Hetze“ positionieren, wie sie in der Ankündigung schreiben.
Die Stadthalle ist bereits ausgebucht. Auf der Internetseite der AfD-Landtagsfraktion heißt es: „Tickets are sold out“. Der Antrag auf Nutzung der Halle war Anfang Mai bei der Stadt eingegangen. „Da die Stadthalle für Parteiveranstaltungen offensteht und eine Vermietung nicht verhindert werden kann, gab es keine Diskussion hierüber“, sagte Bürgermeister Maximilian Mader (CSU) der SZ. Die Protestaktion sieht er jedoch kritisch: „Da die Partei auch nicht verboten ist, befürchte ich, dass die überbordende Aufmerksamkeit auf die Veranstaltung im Ergebnis nur der AfD nutzt und für deren weiteren Aufstieg sorgt und zu einer weiteren Spaltung in der Gesellschaft führt.“
Die Gegner der Veranstaltung hoffen unterdessen auf große Unterstützung: Auf Initiative des „Moosburger Mosaik“ und der „Töchter Moosburg“ hat sich ein breites Bündnis formiert, das für eine offene, bunte Gesellschaft wirbt. Musikalisch begleiten die Bands Blushing Blue und Crocodeal die Kundgebung. Als Redner haben bisher zugesagt: Bundestagsabgeordneter Leon Eckert (Grüne), der Freisinger SPD-Stadtrat Andreas Mehltretter, Rebecca Andre (Töchter Moosburg – Töchterkollektiv), Hans Reif (Helferkreis Asyl), Tina Naumovic, Johannes Reicheneder (Geschäftsführer der Lebenshilfe Freising) und Johanna Bauer (Vorsitzende des Moosburger Jugendparlaments).
Das „Moosburger Mosaik“ wurde im Oktober 2024 gegründet. Im selben Jahr feierte das Grundgesetz 75. Geburtstag, gleichzeitig wuchs die Sorge, dass „extremistische Strömungen eine Gefahr für die Demokratie darstellen“, wie es auf der Homepage heißt. In den vergangenen eineinhalb Jahren veranstaltete das Bündnis Lichterfeste, diskutierte mit Schülerinnen und Schülern, lud zu Vorträgen und mahnte immer wieder, dass Demokratie, Freiheit und Respekt keine Selbstverständlichkeiten seien.

