Kommunalwahl in FreisingStadtrat Ulrich Holzner verlässt die AfD

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Der gewählte Freisinger Stadtrat Ulrich Holzner hat die AfD noch vor der konstituierenden Sitzung des Gremiums verlassen.
Der gewählte Freisinger Stadtrat Ulrich Holzner hat die AfD noch vor der konstituierenden Sitzung des Gremiums verlassen. privat
  • Der gewählte Freisinger Stadtrat Ulrich Holzner hat noch vor der konstituierenden Sitzung Anfang Mai die AfD verlassen und will seinen Sitz als parteiloses Mitglied wahrnehmen.
  • Holzner kritisiert, die AfD sei „gegen alles und für nichts“ und störe sich an deren Positionen zu Energiethemen sowie den häufigen Forderungen nach „Remigration“.
  • Seit seinem Austritt ist der 50-jährige Kfz-Techniker und Landwirt nach eigenen Angaben massiven Anfeindungen von ganz Rechts ausgesetzt.
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Der 50‑Jährige tritt noch vor der konstituierenden Sitzung des Stadtrats aus der Partei aus, von der er sich zunehmend entfremdet hat. Seinen Sitz will er künftig als parteiloses Mitglied wahrnehmen.

Von Petra Schnirch, Freising

Die Freude bei der AfD über einen zweiten Sitz im Freisinger Stadtrat hat nicht lange angehalten. Noch bevor das neue Gremium Anfang Mai erstmals zusammentritt, hat Ulrich Holzner der in Teilen rechtsextremen Partei den Rücken gekehrt. Vor einer Woche erklärte er seinen Austritt, vor einem Monat war er bereits als Ortsvorsitzender zurückgetreten. Den Sitz im Stadtrat will er als parteiloses Mitglied wahrnehmen. Als Grund für seinen Schritt nennt Holzner, dass er sich seit der Aufstellungsversammlung Ende 2025 mehr und mehr von der Partei entfremdet habe.

„Die AfD ist gegen alles und für nichts“, kritisiert Holzner. Seiner Meinung nach setzt sie sich zu wenig für Landwirte ein. Sie habe sich gegen Freiflächensolaranlagen und Windkraft positioniert, auch das störe ihn. Stattdessen setze die AfD auf Atomkraft, das Thema aber habe sich erledigt. Auf lokaler Ebene hat Holzner kein Verständnis für die fehlende Unterstützung für das Uferlos-Festival in Freising. Er befürworte den Zuschuss, den die Stadt gewährt. Sonst wäre die Veranstaltung nicht möglich.

Holzner trat vor zwei Jahren in die AfD ein. Vor einem Jahr übernahm er im neu gegründeten Ortsverband den Vorsitz. Er habe gehofft, dass die Partei politisch weiter in die Mitte rücke, sagt er. Auf Bundesebene sei gerade das Gegenteil der Fall. Den Freisinger Kreisvorsitzenden Paukner schätze er zwar – „aber die AfD besteht nicht nur aus Herrn Paukner“. Vor allem die häufigen Forderungen nach „Remigration“ hätten ihn zunehmend irritiert. Ihm sei dagegen Integration wichtig. In seinem Betrieb arbeite ein Geflüchteter aus Syrien, erzählt der Kfz-Techniker und selbständige Landwirt. Der sei gut integriert, habe Freunde gefunden, bezahle seine Steuern. „Wie oft will man Menschen noch aus ihrem Leben reißen?“, fragt Holzner.  Anders sehe er das bei straffällig gewordenen Geflüchteten und Personen, die sich illegal in Deutschland aufhielten. Da sei er auf AfD-Linie.

Seit sein Austritt und seine Kritik öffentlich geworden sind, sei er massiven Anfeindungen von ganz Rechts ausgesetzt, schildert der 50-Jährige. Kreisvorsitzender und Stadtrat Richard Paukner sagt, ihn habe der Austritt überrascht. Er habe davon mitten in einer Stadtratssitzung erfahren, ein Kollege habe ihn dort auf einen entsprechenden Pressebericht angesprochen. Kommentieren will er den Schritt nicht, das sei Holzners persönliche Entscheidung. Paukner hat jetzt auch den Ortsvorsitz übernommen.

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