AfD im Bundestag:Distanz wahren

AfD im Bundestag: Johannes Huber (links) und Tobias Teich.

Johannes Huber (links) und Tobias Teich.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Bundestagsabgeordnete Johannes Huber aus Nandlstadt könnte sich von extremen Rechten distanzieren. Will er aber offenbar gar nicht.

Kommentar von Clara Lipkowski

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Johannes Huber aus dem Landkreis Freising betont, er sei nicht rechtsextrem, und er legt Wert darauf, dass seine Parteikollegen dies auch nicht seien. Trotzdem gelangt er immer wieder in die Nähe von Kollegen, die rechten Kreisen zumindest zugeneigt sind. Von seinem Mitarbeiter im Bundestag, Tobias Teich, kursiert auf Facebook ein Foto, das ihn feixend mit einem Sympathisanten der Identitären Bewegung (IB) zeigt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Seit Huber für die AfD im Bundestag sitzt, arbeitet Teich ihm direkt zu, auf Hubers Wunsch. Huber kokettierte damit und bezeichnete ihn als seine "rechte Hand", nur um diesen Satz im nächsten Moment zurückzunehmen.

Nun kritisiert die Zeit, dessen Berliner Büroleiterin Linn Deborah Kuppitz stehe auch dem rechten Spektrum nahe. Zudem macht es Huber offenbar nichts aus, an Veranstaltungen teilzunehmen, die auch rechtsextreme Gruppen besuchen, wie bei einer Demonstration in Kandel am 3. März. Huber steht nach eigenen Angaben nicht in Kontakt mit diesen Gruppen. Warum er gar nicht erst teilnehmen sollte?

Ganz einfach, um sich von Personen, die im Verdacht stehen, rechtem Gedankengut anzuhängen, zu distanzieren. Er könnte außerdem Mitarbeiter beschäftigen, die nicht dadurch auffallen, dass sie mit extremen Rechten sympathisieren, oder die sich nicht mit IB-Sympathisanten fotografieren lassen. Stattdessen stellt er sie ein, wie im Fall Teich, oder verteidigt sie, wie im Fall Kuppitz, nennt die Vorwürfe eine "breit angelegte Kampagne" der Presse und anderer Parteien gegen die AfD.

So macht sich die AfD zum Opfer. Die Partei, die sich eigentlich als Repräsentant besorgter Bürger sieht, wird, so sagt sie immer, von der "Meinungsdiktatur" gemaßregelt. Das ist bequem, denn so müssen sich die AfD und auch Huber nicht ernsthaft den Vorwürfen stellen, dass sie sich mit rechtem Gedankengut in ihrer Partei nicht auseinandersetzen.

© SZ vom 23.03.2018
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