AbwassergebührenDefizit in den Vorjahren

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In Haag steigen zum 1. Januar die Abwassergebühren

Bei den Abwassergebühren in der Gemeinde Haag gibt es ein ständiges Auf und Ab: Während die Bürger 2003 noch 2,50 Euro pro Kubikmeter bezahlen mussten, wurde der Preis 2014 auf 2,30 Euro gesenkt, da ein Überschuss erwirtschaftet worden war. Jetzt wurden die Gebühren für die Jahre 2015 bis 2018 nachkalkuliert, und die Gemeinderäte entschieden einstimmig, sie ab 1. Januar auf 3,65 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen.

Dieser große Sprung komme zu Stande, da in den Vorjahren ein Defizit aufgelaufen sei und außerdem die Einleitungsgebühr für die Sickerwässer aus der Landkreisdeponie wegfielen, da sie jetzt gesondert abtransportiert würden, erläuterte Sabine Lohr, die das Sachgebiet "Beitragswesen" der VG Zolling leitet. Gesetzlich sei vorgeschrieben, dass die Abwasserentsorgung kostendeckend laufen müsse und sich die Gebühr nach dem Frischwasserverbrauch eines Haushaltes richte. Die Erhöhung bedeutet jetzt bei einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 35 Kubikmetern Frischwasser pro Bürger monatliche Mehrkosten in Höhe von vier Euro für die Abwasserentsorgung.

In den kommenden beiden Jahren ist geplant, das Kanalnetz mit einer Kamera zu befahren, um schadhafte Stellen zu ermitteln. Ungefähr die Hälfte der Leitungen liege in torfigem Untergrund, der in sich arbeite und dadurch die Leitungen verschiebe, so dass häufiger als in lehmigen oder kiesigen Böden undichte Stellen entstünden, erklärte Bürgermeister Anton Geier.

Ein zusätzlicher Kostenpunkt werde auch die Entsorgung des gepressten Klärschlamms sein, der im Kraftwerk Zolling mit der Kohle verbrannt wird. Der Vertrag dafür wurde gekündigt, das Kraftwerk baut jetzt eine Klärschlammtrocknungsanlage und dadurch würden die Gebühren mit Sicherheit steigen, so Geier. Auf die Bürger kommen noch weitere Kosten zu, denn die Gemeinde wird im nächsten Jahr die Kläranlage für 2,5 Millionen Euro sanieren und diese Kosten dann zusätzlich als Ergänzungsabgabe verlangen, berichtete Geier. Der aktuelle Preis von 3,65 Euro ab 1. Januar 2019 liege im Vergleich mit anderen Gemeinden im Mittelfeld. Wasser und Abwasser gehörten zur Daseinsvorsorge, "dies sollten uns die beschlossene Gebührenerhöhung wert sein", ergänzte Franz Donauer.

© SZ vom 13.12.2018 / ka - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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