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50 Euro pro Quadratmeter:Eispaten gesucht

Förderverein muss mehr als eine Million Euro für das geplante Stadion in der Luitpoldanlage beisteuern

So soll es einmal aussehen, das Freisinger Eisstadion. Der Förderverein muss dafür mitzahlen.

(Foto: Marco Einfeldt)

"Die Halle kommt. Das ist Fakt." Das war die frohe Botschaft, die Thorsten Decker vom Förderverein Eisstadion bei der Jahresversammlung verkünden konnte. Doch jetzt wird es ernst. Der Verein muss das Geld für den Eigenanteil beschaffen. Die neueste Idee für eine Einnahmequelle: Wer will, kann eine Patenschaft für ein Feld auf der Eisfläche übernehmen. Der Quadratmeter kostet 50 Euro. Bernd Sittenauer rollte am Donnerstagabend ein großes blaues Plakat auseinander. "Lassen Sie den Eiszauber wahr werden!" stand ganz oben in großen weißen Buchstaben. Darunter befand sich ein in mehrere Raster eingeteiltes, ovales Feld. "Wir wollen künftig die Eisfläche quadratmeterweise an Paten verkaufen", informierte Sittenauer die knapp 30 Zuhörer.

Jeder Quadratmeter soll 50 Euro kosten. Insgesamt gebe es 1500 Quadratmeter, 22 seien bereits verkauft, berichtete er. "Das ist ein toller Beitrag, den man als Bürger für sein Stadion leisten kann", ist Sittenauer überzeugt. In der künftigen Halle soll eine Liste mit den Namen der Paten angebracht werden. Um das Projekt bekannt zu machen, werden Flyer verteilt. Außerdem ist ein Infostand am Marienplatz geplant. Dort soll auch ein kleiner Film über die Aktionen des Vereins informieren.

"Leider denken einige Freisinger immer noch, dass das Stadion vor allem für das Eishockey gebaut werden soll und nicht für die Allgemeinheit", bedauerte Vorsitzender Decker. Künftig will der Verein verstärkt an die Öffentlichkeit gehen, das sei in jüngster Zeit vernachlässigt worden, erklärte Decker. "Wir waren hauptsächlich mit dem Aushandeln der Verträge beschäftigt". In den Gesprächen mit der Stadtverwaltung sei es um die Pacht für die Gebäude und die Genehmigung von Werbeflächen gegangen. "Bei den geplanten Öffnungszeiten sehe ich noch Diskussionsbedarf", so Decker. Er sei verwundert, dass sich diese nur geringfügig ändern sollen.

Nicht ganz einleuchten will dem Vereinsvorsitzenden auch die Tatsache, dass der Eigenanteil des Fördervereins von ursprünglich 700 000 Euro auf über eine Million Euro angestiegen ist. "Wir müssen massiv auf Sponsorensuche gehen", betonte er. Außerdem müssten auch Handwerker und Bauunternehmer gewonnen werden. Es gibt aber auch schon konkrete Zusagen. Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks würden im März die alten Umkleidekabinen abgerissen, informierte Decker. Für die Arbeiten an den Außenanlagen habe der Verein einen Landschaftsplaner gewinnen können.

Der Rechenschaftsbericht weist einen Kontostand von rund 48 427 Euro aus. Laut Decker sind wegen der notwendigen Kredite bereits Gespräche mit verschiedenen Banken geführt worden. "Am Ende wollen sie alle eine Bürgschaft." Hierfür will man die Stadt gewinnen. "Es werden intensive Gespräche geführt", so der Vorsitzende. Er rechnet damit, dass im Dezember 2014 das Stadion steht. Dann wird es auch Neuwahlen beim Förderverein geben. Wie Decker ankündigte, werden er und sein Stellvertreter Jochen Wagner nicht mehr antreten.