9. August 2011, 18:41 Für Geist und Körper Ort der Stille

Freisinger Buddhisten meditieren auf Moosach-Steg

Von Gudrun Regelein

Meditationssteg - Keine Schuhe" steht auf dem kleinen Schild, das inmitten der Konstruktion aus Lärchenholz platziert ist. Eine Birke lässt ihre Zweige tief über den Steg herab hängen, das Wasser der Moosach plätschert beruhigend und der weiße Götterschrein rundet das harmonische und zugleich exotische Bild inmitten der Stadt perfekt ab. Nur die vorbeifahrenden Autos stören die Idylle.

Als "kleinen Ort der Ruhe und Besinnung" bezeichnet Thitadhammo Bhikkhu, der Vorsteher des Buddhistischen Klosters Bodhi Vihara, den neu gebauten Meditationssteg am Ufer der Stadtmoosach im Vorgarten des Anwesens an der der Fischergasse 18. Er dient den Mönchen, den Gästen und Besuchern des Klosters zur meditativen Besinnung - oder auch einfach nur, um eine kurze Pause zu machen.

Auf die Idee zum Steg kam Thitadhammo Bhikkhu schon kurz nachdem das Haus in der Fischergasse im Mai angemietet worden war. "Der Uferbereich wirkte nicht schön, man konnte sich nicht richtig hinsetzen, und da habe ich diesen Gedanken geboren", sagt der Klostervorsteher. Während der Freisinger Gartentagen habe er dann bei einem Aussteller - einem Kirchdorfer Holzhändler - eine Holzkonstruktion gesehen, die er sich ganz gut für den Meditationssteg vorstellen konnte. Und so kam es, dass nach längerer Planungsphase und den Spenden verschiedener Unterstützer der 4,5 Meter lange Lärchenholzsteg mit einer Unterkonstruktion aus verzinkten Eisenträgern Ende des vergangenen Monats realisiert werden konnte.

Die Meditation ist fester Bestandteil im Tagesablauf der Mönche: Dreimal wird für mindestens eine Stunde meditiert; wird der Körper und Geist durch Konzentrationsübungen ruhig und entspannt. "Erst wenn Ruhe eingekehrt ist und wenn alles, was einen belastet, zur Ruhe gekommen ist, erst dann kann man mit klarem Blick Dinge durchdenken", sagt der Klostervorsteher. Der Geist müsse vorbereitet werden, um Dinge so zu erkennen, wie sie wirklich sind. Abschalten und Abstand nehmen gehörten dazu, um unabhängig von äußeren Faktoren den Zustand der inneren Versenkung zu erlangen.

Der Körper fällt weg, und nur noch der Geist ist da", beschreibt Thitadhammo Bhikkhu den Idealzustand. An den Tagen, an denen es im August nicht regnete, erlangten die Mönche diesen auf ihrem neuen Meditationssteg - unberührt vom Lärm der nahen Innenstadt und den vorbei fahrenden Autos.