bedeckt München 18°

Freimann:Neue Unterkunft für Flüchtlinge

In Freimann soll eine weitere große Unterkunft für Asylbewerber entstehen. Die Regierung von Oberbayern plant im Süden des Euro-Industrieparks eine Erstaufnahmeeinrichtung mit bis zu 600 Plätzen.

Von Bernd Kastner

In Freimann soll eine weitere große Unterkunft für Asylbewerber entstehen. Die Regierung von Oberbayern plant, in der Lotte-Branz-Straße 2, im Süden des Euro-Industrieparks, in einem Gewerbebau eine Erstaufnahmeeinrichtung mit bis zu 600 Plätzen einzurichten. Sie könnte Mitte kommenden Jahres bezogen werden. Florian Schlämmer, Sprecher der Regierung, bestätigte entsprechende Informationen der Süddeutschen Zeitung.

Die Regierung habe den sechsstöckigen Bau direkt nördlich einer Bahntrasse für einen Zeitraum von 15 Jahren angemietet. Er soll in den nächsten Monaten umgebaut werden. Die Stadt habe laut Schlämmer den Antrag auf Bauvorbescheid bereits im Januar genehmigt, darin sei noch von 350 bis 400 Asylbewerbern die Rede. Im endgültigen Bauantrag wolle man sich die Option absegnen lassen, bis zu 600 Flüchtlinge einzuquartieren. Zunächst solle das Gebäude als weitere Außenstelle der Erstaufnahmezentrale in der Bayernkaserne dienen.

Wenn, nach den derzeitigen Plänen, in zwei bis drei Jahren die Bayernkaserne abgerissen wird, soll es Teil der neuen Erstaufnahmestruktur sein: Zu einem zentralen Behördenbau, in dem neu ankommende Flüchtlinge unter anderem registriert werden, sollen mehrere Unterkunftshäuser kommen, verteilt über das Stadtgebiet, kommen.

Die Lotte-Branz-Straße wird, neben der Bayernkaserne mit derzeit gut 1800 Bewohnern, die dritte große Erstaufnahmeunterkunft in Freimann: Bereits von kommender Woche an soll in der Funkkaserne eine ehemalige Unterkunft der Bundespolizei belegt werden, dort ist Platz für rund 300 Flüchtlinge.

Rathaus reagiert auf Kritik

Nach der heftigen Kritik der letzten Tage an den Auswirkungen der überfüllten Bayernkaserne auf die Nachbarschaft reagiert nun auch das Rathaus.Für diesen Dienstag hat die Stadtspitze zu einem runden Tisch eingeladen, um mit diversen Behörden und Ämtern zu besprechen, wie man künftig mit der Massenunterkunft umgeht.

Der runde Tisch ist auch eine Reaktion auf die Kritik an der Informationspolitik der Behörden, die viele Freimanner als unzulänglich empfinden. Vor zwei Wochen hatten sich mehr als 1700 Bürger in einer Facebookgruppe zusammengeschlossen.

Unter sie hatten sich auch mehrere Rechtsextreme gemischt, um mit Hassparolen Stimmung gegen die Flüchtlinge zu machen. Rechtsextreme haben angekündigt, weiterhin im Viertel aufzutreten. Inzwischen haben Polizei und Wachdienst ihre Präsenz in und um die Kaserne erhöht, werden die Grünanlagen öfter gereinigt.

© SZ vom 12.08.2014

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite