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Freiham:Gut durchlüftet

Gutachten soll Klimaauswirkungen durch neue Siedlung untersuchen

Ein vertiefendes Klimagutachten für Freiham "mit dem Fokus Durchlüftung" will das Planungsreferat laut Stadtbaurätin Elisabeth Merk in Auftrag geben. Experten sollen untersuchen, ob auch mit der Bebauung des zweiten Realisierungsabschnitts noch ausreichend Kaltluft in die östlich angrenzende Bestandsbebauung einströmen kann. Im ersten Bauabschnitt, so Merk, gebe es diese Frischluftschneisen bereits: Sowohl hohe Gebäude, die den Luftfluss behindern, als auch Verkehrswege seien "gezielt" im Sinne einer optimalen Luftzirkulation positioniert worden. Vor allem die sogenannten Grünfinger und die sich gleichmäßig über den ersten Teil des Siedlungsgebiets verteilenden Grün- und Freiflächen leisteten einen wertvollen Beitrag für ein positives Stadtklima in Freiham und Neuaubing.

Untersucht wurden mögliche mikroklimatische Auswirkungen damals mithilfe von Simulationen. Eine Bedeutung Freihams für die Kaltluftlieferung der Innenstadt hat man seinerzeit nicht analysiert, diese Frage soll aber jetzt Beachtung finden. "Aufgrund der Aussagen der Klimafunktionskarte und der großen Entfernung von Freiham zur Innenstadt" rechnet die Stadtbaurätin jedoch nicht mir klimatischen Beeinträchtigungen im Stadtzentrum aufgrund dieser Bebauung. Eine solche Beeinträchtigung hatten die ÖDP-Stadtratsfraktion und die Lokalpolitiker aus Aubing-Lochhausen-Langwied befürchtet. Dass sich im Westen und Südwesten der Stadt die ausgeprägtesten Kaltluftschneisen befinden, die eine Erwärmung Münchens zumindest abmildern können, ist Fakt und wird auch von Merk bestätigt. Und mittendrin in diesem Kaltluftstrom entsteht die Wärme-Insel Freiham.

© SZ vom 16.10.2020 / eda
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