Schon hat man keine Orientierung mehr, in diesem nach schwerem Saunaaufguß riechenden Bühnennebel, diesen Rotlichtschwaden, Rosalichtschwaden – wie am Ende eines Discoabends. Auf der einen Seite, zwei Körper nebeneinander, aufeinander. Momente davor strichen sie noch umeinander, streichelten, lugten ums Eck, verschwanden gemeinsam. Weiße Handtücher, Bademäntel, nackte Oberkörper. In den Bewegungen – als würde man ein Video in halber Geschwindigkeit abspielen – verdichtet sich mit jeder Sekunde eine sexuelle Spannung, die nichts Brutales, Unangenehmes in sich birgt. Irgendwo in diesem Nebel saß er vor etwas über 40 Jahren, der größte Rockstar seiner Zeit: Freddie Mercury. In der Sauna, in München.
Premiere im Münchner MarstallAls Freddie Mercury sich in München fand und verlor
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„Mercury“ im Marstall des Residenztheaters spürt dem Faszinosum Freddie Mercury nach, der im Münchner Glockenbachviertel als Schwuler glücklich war.
Kritik von Christian Jooß-Bernau
