Fraunhofer Volksmusiktage:Heimspiel für Siegertypen

"Gankino Circus"

"Irrsinn und Idyll" vereinen Gankino Circus aus dem fränkischen Dietenhofen in ihrem Konzertkabarett am 12. Januar im Fraunofer.

Die Volksmusiktage versammeln wieder viele Bekannte von "Gankino Circus" über Hans Well bis zum Zither-Manä im Fraunhofer. Dazu kommen neue Töne wie von den Bluesern "Black Patti".

Von Oliver Hochkeppel

Die Revolution frisst ihre Kinder. Ein bisschen gilt das auch für die Fraunhofer Volksmusiktage. Bei ihrer Gründung vor 26 Jahren waren sie einer der Katalysatoren für die Wiederentdeckung der klassischen und ihrer Umformung zur Neuen Volksmusik.

Dabei hatten der Fraunhofer-Wirt Beppi Bachmeier und der erste Programmverantwortliche Richard Kurländer von der Fraunhofer Saitenmusik nicht nur die heimische, sondern auch alpenländische, skandinavische, irische oder auch die Volksmusik des Balkans im Blick, ebenso wie ihre damals ganz neuen Querverbindungen zur Kleinkunst.

Heute, in Zeiten eines fast schon unüberschaubaren "Heimatsound"-Booms, der die Volksmusik auch breitbandig in den Pop überführt hat, laufen die Volksmusiktage eher unter dem Motto "Never change a running system" - nicht zuletzt wegen des enormen, Zweidrittel übersteigenden Anteils an ausverkauften Vorstellungen:

Die meisten der vom 3. Januar bis zum 26. Februar Auftretenden sind liebe alte Bekannte - von der Nagl Musi, die mit ihrem schrägen "Rauhnächte"-Programm den Auftakt bestreitet, der Unterbiberger Hofmusik mit ihrem neuerdings bayerisch-türkischen Stilmix (5.1.) oder Otto Göttlers "Unverschämter Wirtshausmusik (8.1.) über das obligatorische Heimspiel der Fraunhofer Saitenmusik (13.1.), die Franken Gankino Circus (12.1.) oder den Zither-Manä (21.1.) bis zur Alpenfusion der Kerberbrothers (27.1.), dem grandiosen Neuen Wienerlied der Strottern (29.1.) dem Weltmusikmix von Fei Scho (3.2.), der Generationenmusik von Hans Well samt Wellbappn (12.2.), Rudi Zapfs weltmusikalischem Dauerbrenner Zapfenstreich (14.2.) oder den Zitherexperimenten von El Zitheracchi (18.2.).

Immerhin gehören nun auch die Delta-Gitarrenblueser Black Patti zur Familie (31.1.), darf sich die durchstartende Sandra Hollstein solo (11.1.) wie mit Jodelfisch (26.1.) in Szene setzen, präsentiert Andrea Pancur mit der bereits preisgekrönten neuen CD "Am Meer" ein neues Kapitel ihres Alpenklezmers (25.1.) und sind mit Hundling die Preisträger des letztjährigen BR-Heimatsound-Wettbewerbs dabei (23.2.).

Apropos Wettbewerb: Abgerundet wird das Ganze heuer wieder mit dem biennal ausgerichteten Volksmusikpreis, der noch immer spätere Publikumsfavoriten eingeführt hat (5.3.).

Fraunhofer Volksmusiktage, Di., 3. Jan, bis So., 26. Feb., Fraunhofer, Fraunhoferstr. 9, 089/267850

© SZ EXTRA vom 29.12.2016/amm
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