Die Frage fällt beiläufig, zwischen einem Bissen Bruschetta und einem Schluck Aperol. „Und? Hast du endlich jemanden kennengelernt?“ Es ist Freitagabend. Maria, 28, promoviert in Literaturwissenschaften, sitzt mit drei Freundinnen in einem italienischen Restaurant, das sie seit Jahren kennen. Die Kerzen flackern, jemand lacht am Nebentisch, aber in ihr wird es still. Maria lächelt kurz. So wie man lächelt, wenn man etwas abwehrt, ohne es zu zeigen.
Gesellschaftlicher DruckWarum hast du keinen Freund?
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Single, weiblich, Ende 20 und dauernd rechtfertigungsbedürftig: Warum scheint eine Frau ohne Beziehung immer noch ein Erklärungsfall zu sein – und ein Mann im gleichen Zustand ein freier Mensch?
Von Veronika Tieschky
