Es ist schon ein paar Jahre her, 27 um genau zu sein, da rannte Lola los. Die halbe Welt sah ihr dabei zu; aus einem kleinen Film aus Berlin wurde ein internationales Kinowunder. War das der Moment des Erwachens? Führte die rothaarige Lola das deutsche Kino im Dauerlauf aus dem Dornröschenschlaf? Man wollte es fast glauben, denn hier ging es um alles, um Liebe, Zufall, Zeit, Geld und Tod.
So etwas hatte man noch nie gesehen, noch nicht einmal im damals noch hippen Berlin. Die Story von Lola (Franka Potente), die ihrem Freund Manni (Moritz Bleibtreu) aus der Patsche helfen will und innerhalb von 20 Minuten 100 000 Mark auftreiben muss, wiederholt sich. Immer wieder rennt Lola los, nicht immer nimmt es ein gutes Ende. Doch sie gibt nicht auf, rennt so lange weiter, bis Manni und ihr ein Happy End vergönnt ist.

Otto-Falckenberg-Schule im Reality-Check:Die Schauspielschule, an der Joachim Meyerhoff lernte
Joachim Meyerhoff hat mit „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ der Otto-Falckenberg-Schule ein literarisches Denkmal gesetzt. Simon Verhoeven zieht in seiner Verfilmung nach. Doch wie ist es wirklich an der Münchner Schauspiel-Institution?
„Lola rennt“ ist eine Geschichte über weibliche Selbstermächtigung, über eine Heldin, die handelt und ihr Schicksal selbst in die Hände nimmt. Tom Tykwers Kinohit eröffnet jetzt die Reihe „Frauenbilder im deutschen Film“: Vom 19. bis 25. Februar zeigt das Münchner Werkstattkino sieben Filme mit Frauen wie Janaina Liesenfeld („Yung“), Jasna Fritzi Bauer („Axolotl Overkill“), Beatrice Manowski („Drop Out – Nippelsuse schlägt zurück“), Narges Kalhor („In the Name of Scheherazade“) oder dem weiblichen Buddy-Duo Hannah Herzsprung und Karoline Herfurth („Sweethearts“).
In Erinnerung an die erst kürzlich verstorbene Schauspielerin und Produzentin Elke Haltaufderheide wird auch Niklas Schillings Film „Rheingold“ aus dem Jahr 1978 aufgeführt (am 21. Februar um 20 Uhr): Darin fährt eine Frau mit dem Trans-Europa-Express den Rhein entlang, dort begegnet sie ihrem Jugendfreund und reist dem eigenen Tod entgegen.
Lola rennt, D 1998, Regie: Tom Tykwer, Donnerstag, 19. Februar, 20 Uhr, sowie Samstag, 21. Februar, 22 Uhr, Werkstattkino, Fraunhoferstraße 9

