Chronik der Münchner LGBTIQ-Bewegung:Ein Vorfall, der Folgen hatte

Chronik der Münchner LGBTIQ-Bewegung: Eine Chronik des queeren Lebens ins München pflegt das Forum Queeres Archiv. Dieses Cover der Zeitschrift "Die Freundin" von 1927 war in der Ausstellung "To Be Seen" im NS-Dokuzentrum zu sehen.

Eine Chronik des queeren Lebens ins München pflegt das Forum Queeres Archiv. Dieses Cover der Zeitschrift "Die Freundin" von 1927 war in der Ausstellung "To Be Seen" im NS-Dokuzentrum zu sehen.

(Foto: Forum Queeres Archiv München e.V.)

Das Forum Queeres Archiv München lässt untersuchen, ob Befürworter von Pädophilie Einfluss auf seine Arbeit genommen haben - und was man mit belasteten Kunstwerken machen soll.

Von Michael Zirnstein

"Wir waren schockiert", erinnert sich Ariane Rüdiger vom Forum Queeres Archiv München an eine Veranstaltung. 2017 hatte der Verein, der damals noch Forum Homosexualität München hieß, zu einem Erinnerungs-Festakt für Karl Heinrich Ulrichs eingeladen. Um die historischen Verdienste des Sexualwissenschafts-Pioniers für die Homosexuellen-Emanzipation zu würdigen, hatte man Wolfram Setz engagiert, den führenden deutschen Ulrichs-Spezialisten. Doch der Vortragende kaperte seine Redezeit: Einige Minuten lang warb er beim Publikum dafür, Pädophilie zu unterstützen, also Sex von Erwachsenen mit Kindern vor der Pubertät. "Wir haben uns in Grund und Boden geschämt", sagt Rüdiger, alle seien wie versteinert gewesen, niemand habe dem Pädo-Aktivisten das Mikro abgedreht.

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