Forstenried Wohnturm erregt Schwindel

Lokalpolitiker stimmen gegen 18 Etagen an der Neurieder Straße

Von Jürgen Wolfram, Forstenried

Eine optische Attraktion ist das Ensemble aus Technikstation der Deutschen Telekom, inzwischen abgerissener Postfiliale und kleinerem Wohnhaus an der Neurieder Straße 4-12 nie gewesen. Nach einem Entwurf von Steidle Architekten soll das Areal mit dem Ziel, hier einen echten städtebaulichen Akzent ("Torbildung zum Stadtteil") zu setzen und weit mehr als hundert Wohnungen zu schaffen, gründlich umgestaltet werden.

Zwei markante Baukörper stehen im Zentrum der Planung in Neu-Forstenried. Einer davon soll über acht Geschosse verfügen, für den anderen waren bisher maximal zwölf Etagen vorgesehen. Bisher. Wie jetzt bekannt wurde, liegt seit ein paar Wochen eine Bauvoranfrage bei der Stadtverwaltung, nach der dieser, künftig das Telekom-Fernmeldezentrum überwölbende Wohnturm auf 18 Stockwerke hochgezogen werden soll. Zudem ist an die Umsiedlung eines Drogeriemarktes sowie von Arztpraxen gedacht, die sich gleichfalls in dem Komplex befinden. Aus diesen Nutzerkreisen kündigt sich bereits Protest an. Der Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln hat der kräftig aufgestockten, mehr als 60 Meter hohen Variante jetzt mit großer Mehrheit eine Absage erteilt.

"Selbst bei großzügigster Auslegung findet ein derart hohes Gebäude keine Entsprechung in der Umgebung", hieß es zur Begründung der Ablehnung im BA. Bauwerke dieser Dimension würden "neue Verkehrs- und Infrastrukturprobleme aufwerfen", von denen niemand wisse, wie man sie bewältigen könne. Nicht zuletzt gelte dies für den Bedarf an Schulkapazitäten, sagte Beate Meyer (CSU). Lediglich die FDP hatte keine Einwände gegen die Umplanung. Ihr Sprecher Richard Ladewig: "Wir sollten um jede Wohnung froh sein, die mehr gebaut wird."