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Forstenried:Neue Bleibe im Jungen Quartier

Bis zu 156 junge geflüchtete Menschen und bis zu 65 Flüchtlinge aus dem Resettlement-Programm, insbesondere Familien mit Kindern, werden voraussichtlich von Juni an im Jungen Quartier Obersendling eine dauerhafte Bleibe finden. Nachbarn finden in diesen Tagen einen Flyer in ihrem Briefkasten, der über die neue Unterbringung informiert. Das Junge Quartier ist ein Integrations- und Bildungsprojekt und bereits jetzt ein Ort der Begegnung für junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund.

Die jungen Flüchtlinge im Alter von 18 bis etwa 27 Jahren besuchen alle eine Schule oder machen eine Ausbildung und werden die Obergeschosse des Moduls zwei beziehen. Die sozialpädagogische Betreuung wurde an den Verein Kinderschutz vergeben. Der Verein Initiativgruppe betreut die Familien in einem anderen Gebäudeteil. In beiden Modulen werden neben den Zimmern zusätzlich Gruppenräume, Küchen und Sanitäreinrichtungen zur Verfügung gestellt.

"Nach wie vor kommen in München regelmäßig Geflüchtete an, die zum Teil auch im Unterbringungssystem der Landeshauptstadt München aufgenommen werden", erläutert Sozialreferentin Dorothee Schiwy. Zugleich fielen bereits belegte Unterkünfte weg, deren Mietvertrag ende. Die Herausforderung, immer neue Unterkünfte zu finden, sei enorm. "Umso mehr freuen wir uns nun, die Unterkunft in der Schertlinstraße zu eröffnen, in der künftig junge Menschen und Familien mit Fluchthintergrund unter den notwendigen Voraussetzungen untergebracht werden können", sagt Schiwy.

Der Gewerbekomplex wurde für 22 Jahre angemietet und ist in verschiedene Module aufgeteilt, die teilweise bereits in Betrieb sind. Im Jungen Quartier Obersendling wird es eine Vielzahl an Angeboten zur Aus- und Weiterbildung geben. Offene jugendbezogene und kulturelle Maßnahmen sollen dabei den Stadtteil und die Stadtgesellschaft aktiv mit einbinden. Die Einweihungsfeier des Jungen Quartiers Obersendling wird aufgrund der Corona-Pandemie voraussichtlich erst im Frühjahr 2021 stattfinden.

Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollen oder Fragen haben, können sich per E-Mail an info-fluechtlinge@muenchen.de wenden.

© SZ vom 30.05.2020 / jae, tek

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