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Forstenried:Förderrichtlinien sind erfüllt

Stadt unterstützt weiter die Hubertus-Schießanlage

Von Jürgen Wolfram, Forstenried

Der Münchner Stadtrat hält an seiner Absicht fest, den Verein Hubertus für Jagd- und Sportschießen bei der geplanten Erweiterung und Modernisierung seiner Schießanlage im Forstenrieder Park finanziell zu unterstützen. Wegen der vorgesehenen Zuwendung in Millionenhöhe hatte neben der Bürgerinitiative "Forstenrieder Park ohne Schießanlage" zuletzt auch die Stadtratsfraktion Die Linke/Die Partei Zweifel an der Zulässigkeit dieser Hilfestellung angemeldet. Diese passe nicht in Krisenzeiten, überdies habe der Verein möglicherweise den Unterhalt seiner 1924 errichteten Anlage vernachlässigt und sei ein reiner Männerklub, lauten die Einwände. Die Ratsmitglieder Marie Burneleit, Stefan Jagel, Brigitte Wolf und Thomas Lechner hatten deshalb einen Antrag auf Überprüfung der Sportförderung des Vereins Hubertus durch das Revisionsamt gestellt. Dieser wurde jetzt abgelehnt.

Sein mehrheitliches Nein zum Begehren der Fraktion Die Linke/Die Partei begründet der Stadtrat mit Argumenten, wie sie sich in einer Beurteilung der Angelegenheit durch das Referat für Bildung und Sport wiederfinden. Darin heißt es, im vorliegenden Fall würden alle Förderrichtlinien zweifelsfrei erfüllt. So hätten mehr als 50 Prozent der 410 aktiven Hubertus-Mitglieder ihren Hauptwohnsitz in München, und auch ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot wegen des Frauenanteils liege nicht vor.

Unter Hinweis auf einzelne Sanierungsschritte in der Vergangenheit wird in der Stellungnahme ferner der Verdacht widerlegt, der Verein könnte den Unterhalt seiner Schießanlage im Forstrevier Unterdill vernachlässigt haben und dränge deshalb nun auf eine "Großinstandsetzung". Die Kosten für die seit langem geplante Modernisierung und Erweiterung der Anlage, die sich teils auf städtischem, teils auf staatsforstlichem Gebiet erstreckt, betragen rund acht Millionen Euro. Die Stadt wird sich mit einem Zuschuss von zwei Millionen Euro sowie einem zinslosen Darlehen in Höhe von 678 000 Euro daran beteiligen. In seinem Resümee gelangt der Stadtrat zu dem Schluss, eine Überprüfung der Projektförderung durch das Revisionsamt sei "nicht angezeigt".

Der Bürgerinitiative geht es mehr noch als ums Geld der Steuerzahler um einen effektiven Lärmschutz sowohl technischer Art als auch durch scharf begrenzte Schießzeiten. Hierzu stellt das Referat für Bildung und Sport fest, durch die geplante Instandsetzung würden zugleich belastende Immissionen für die Anwohner in Forstenried reduziert. Roman Bauer, Sprecher der Initiative, bleibt gleichwohl skeptisch. Er hat unlängst die Regierung von Oberbayern zu einer "sorgfältigen Überprüfung" der Schießanlagen-Pläne und deren Förderung durch die Stadt aufgerufen. Bauer: "Ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde ist geboten."

© SZ vom 05.03.2021
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