Forstenried Der Wald blüht auf

Bienenschmaus: eine blühende Wiese im Grünwalder Forst.

(Foto: Privat)

In stadtnahen Forsten wurden Flächen für Insekten angelegt

Von Jürgen Wolfram, Forstenried

Der Forstbetrieb München setzt im Staatswald Zeichen gegen das Insektensterben und den Schwund von Nahrungsquellen für Wild- und Honigbienen: Auf insgesamt 46 000 Quadratmetern Gelände wurden in den vergangenen Wochen mehrere zusätzliche Blühflächen angelegt. Die Saatgutmischung dafür ist aus ein- und mehrjährigen Pflanzen zusammengestellt und Mitte Mai ausgebracht worden. Dabei handelt es sich ausschließlich um heimische Blütenpflanzen von hohem ökologischen Wert. "Die Bayerischen Staatsforsten setzen sich bayernweit aktiv für Insekten und ihre Lebensgrundlagen ein", sagte Forstbetriebsleiter Wilhelm Seerieder zu der Aktion. Damit werde ein "Beitrag gegen den dramatischen Rückgang der Insekten" geleistet.

Das Saatgut für die neuen Blühflächen sei so zusammengesetzt, dass im Jahresverlauf stets Blüten unterschiedlicher Arten als Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten zur Verfügung stehen. Auf diese Weise bilde sich ein durchgängiges sogenanntes Trachtband. Die Blühflächen befinden sich überwiegend in den großen stadtnahen Staatswäldern des Perlacher, Grünwalder und Deisenhofener Forstes sowie des Forstenrieder Parks. Damit schaffe der Forstbetrieb "Trittsteine zur Erhaltung und Verbreitung der Insekten". Gezielt wählten die Förster wegenahe Areale und Holzlagerplätze für die Blühflächen aus, die bisher hauptsächlich von Gräsern bewachsen waren. Solche Grasflächen seien für Insekten uninteressant. Alles in allem seien die Blühwiesen "ein Mosaikstein zur Verbesserung der Biodiversität im Staatswald und zur Stabilisierung des Ökosystems Wald", so Wilhelm Seerieder.