Forderung von Die Linke/Die Partei:Mehr Entlastung für Pflegekräfte

Mehr Lohn, mehr Stellen, bessere Personalbemessung, Digitalisierung - mit verschiedenen Maßnahmen soll die Stadt die Pflegekräfte der München Klinik schnell entlasten. Dies fordert die Stadtratsfraktion Die Linke/Die Partei in einem Antragspaket an diesem Dienstag. Die sieben Anträge formulieren mehrere Schritte für ein "Pflegesofortprogramm", das das Gesundheitsreferat gemeinsam mit der Geschäftsführung der München Klinik in Gang setzen soll. Dazu gehören aus Sicht der Fraktion etwa die Nutzung der tariflichen Möglichkeiten für eine höhere Bezahlung, mindestens 150 Stellen im Jahr 2022, weniger pflegefremde und patientenferne Tätigkeiten, bessere Kompensation von Personalausfällen und auf Wunsch eine psychologische Betreuung der Beschäftigten. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen sei "höchste Zeit", da die Corona-Pandemie die Situation noch weiter verschärft habe und die Lage "mehr als angespannt" sei, heißt es zur Begründung. Initiiert hat die Anträge der Fraktionsvorsitzende Stefan Jagel (Linke), selbst ausgebildeter Krankenpfleger.

Zusätzlich soll eine "schichtbezogene und bedarfsbezogene Personalbemessung" erarbeitet werden, also wie viel Arbeitszeit pro Patient berechnet wird. Dass die vorhandene Bemessung nicht ausreiche, kritisiert wiederholt auch die Gewerkschaft Verdi. Die Antragsteller fordern, dass die München Klinik als städtisches Unternehmen "Vorreiterin" werden soll, um "am umkämpften Fachkräftemarkt zu bestehen". Schließlich soll das Gesundheitsreferat dem Stadtrat "offen, transparent und ohne 'schön zu färben'" die Situation der Pflegekräfte schildern. Am Montag warnte die Chefin des Betriebsrats der München Klinik, Ingrid Greif, vor einem "Kollaps" des Systems Pflege. "Die Pflege kann nicht mehr", sagte sie.

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