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Zwölf Fakten zum Flughafen München:Was der Airport mit dem Central Park zu tun hat

Nirgendwo in Deutschland kostet ein S-Bahn-Ticket zum Flughafen so viel wie in München. Dafür gibt es überraschend günstiges selbstgebrautes Bier - und einen Vielflieger, der gar nichts von der geplanten dritten Start- und Landebahn hält. Zwölf Fakten zum Münchner Airport.

Tobias Dorfer

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Gruenes Licht fuer dritte Startbahn am Muenchner Flughafen

Quelle: dapd/Flughafen München GmbH/Henning Koepke

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Nirgendwo in Deutschland kostet ein S-Bahn-Ticket zum Flughafen so viel wie in München. Dafür gibt es überraschend günstiges selbstgebrautes Bier - und einen Vielflieger, der gar nichts von der geplanten dritten Start- und Landebahn hält. Zwölf Fakten zum Münchner Airport.

Fläche

1560 Hektar groß ist die gesamte Anlage des Münchner Flughafens. 925 Hektar, knapp 60 Prozent des Gesamtgeländes, sind Grünflächen. Zwei Start- und Landebahnen existieren bereits. Sie sind jeweils 4000 Meter lang, 60 Meter breit - und liegen im Abstand von 2,3 Kilometern parallel zueinander. Braucht es da noch eine weitere? Ja, sagt die Flughafengesellschaft FMG. Ob die dritte Bahn (im Bild in Orange dargestellt) kommt, entscheiden die Münchner Bürger Mitte Juni.

Geschäftsmann

Quelle: iStock

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Reisende

Beliebt ist der Münchner Flughafen vor allem bei Geschäftsreisenden. Fast die Hälfte, nämlich insgesamt 44 Prozent der Fluggäste, starten und landen hier aus beruflichen Gründen.

Kiebitz

Quelle: dpa

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Naturschutz

Im Erdinger Moos fühlt sich auch ein ganz besonderer Vielflieger wohl: der Kiebitz, der in Deutschland geschützt ist. Aber nicht nur er brütet im Vogelschutzgebiet "Nördliches Erdinger Moos". Hier wohnen auch Wiesenschafstelze, Feldlerche, Schnatterente, Grauammer und andere Vögel. Kommt die dritte Start- und Landebahn, wird ihr Lebensraum in jedem Fall beeinträchtigt. Die Regierung von Oberbayern hat bereits eingeräumt, dass Brutplätze verloren gehen werden.

Pedestrians walk down a path in Central Park as the sun sets behind the skyline of New York after an unseasonably warm day on

Quelle: REUTERS

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Viel Fläche für eine Startbahn

Was hat die dritte Start- und Landebahn mit dem New Yorker Central Park (Foto) zu tun? Zunächst nicht viel. Klar ist, der Park ist riesengroß und grün. Genauso groß aber im Farbton eher grau wird die Fläche sein, die für die neue Start- und Landebahn am Flughafen, für Roll- und Verkehrswege, für die neue Wache der Flughafenfeuerwehr und das neue Mini-Terminal für Privat- und Geschäftsflieger zubetoniert wird - insgesamt 340 Hektar. Für das gesamte Projekt werden 870 Hektar Fläche benötigt.

Protest gegen den Bau der dritten Startbahn am Flughafen Muenchen

Quelle: dapd

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Startbahngegner

Ärger macht kreativ: Für ihren Protest lassen sich die Gegner der dritten Start- und Landebahn immer wieder etwas neues einfallen. Ende Mai zum Beispiel enterten Mitglieder des Netzwerks Plane Stupid Germany die Aussichtsplatform des Münchner Rathauses - und ließen ihre Meinung zum Flughafenausbau auf Bannern herab. Es gibt jedoch auch andere Protest-Aktionen. Auf der Facebook-Seite der Startbahn-Gegner ist von einem Kurzflm-Projekt die Rede, bei dem Menschen, die in der Nähe des Flughafens leben, mitmachen sollen. Weitere Infos zu den Startbahngegner gibt es auf den Internetseiten des Aktionsbündnisses Aufgemuckt.

Gruenes Licht fuer dritte Startbahn am Muenchner Flughafen

Quelle: dapd

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Eigentümer

Haupteigentümer des Airports ist der Freistaat Bayern, der 51 Prozent der Anteile hält. Weitere Anteilseigner sind die Bundesrepublik Deutschland (26 Prozent) und die Stadt München (23 Prozent). Und die dürften sich sehr über die geschäftlichen Erfolge der Flughafengesellschaft gefreut haben. Im Jahr 2010 hat das Unternehmen etwa 1,1 Milliarden Euro Umsatz gemacht.

Deutschlands einzige Flughafenbrauerei Airbräu

Quelle: dpa

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Flughafen-Bier

Wer im Freistaat startet oder landet, kommt - sofern er das möchte - sofort mit dem bayerischen Nationalgetränk in Kontakt. Denn am Airport gibt es eine eigene Flughafenbrauerei - und das Bier ist gar nicht so teuer: Ein "Fliegerquell"-Helles kostet im Lokal gerade einmal 2,40 Euro.

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Quelle: Marco Einfeldt

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Terminals

Zwei Terminals gibt es am Münchner Flughafen. An Terminal 1 heben zum Beispiel die Flieger von Air Berlin, KLM und Germanwings ab. 20 Millionen Passagiere pro Jahr können hier an 150 Check-in-Schaltern abgefertigt werden. 19.200 Gepäckstücke schafft die Anlage pro Stunde. Von Terminal 2 fliegen vor allem die Jets der Lufthansa los. Bis zu 25 Millionen Fluggäste können hier pro Jahr starten und landen.

Parkhaus

Quelle: Peter Bauersachs

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Parkmöglichkeiten gibt es genug am Münchner Flughafen: In vier Parkhäusern und sechs Tiefgaragen können 20.000 Autos abgestellt werden, 16.500 Stellplätze davon sind überdacht. Das hat allerdings seinen Preis. Wer sein Auto eine Woche lang in einer der Parkgaragen abstellen möchte, zahlt dafür bis zu 190 Euro.

Münchner Flughafen will an die Börse

Quelle: A3500 Werner Hennies

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Nachtflugverbot

In der Nacht von 22 bis 6 Uhr ist am Münchner Flughafen das Starten und Landen von Flugzeugen nur eingeschränkt erlaubt. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr sind nur Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Flugsicherung zugelassen. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht sowie zwischen 5 und 6 Uhr dürfen nur Flugzeuge starten und landen, die auf der sogenannten Bonusliste des Bundesverkehrsministeriums stehen. Maximal 28 planmäßige Flugbewegungen sind pro Nacht erlaubt. Die Jets dürfen keinen höheren Einzelschallpegel als 75 Dezibel erzeugen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen - zum Beispiel für Ausbildungs- und Übungsflüge.

Auf der dritten Start- und Landebahn, so sie denn kommt, wird nachts zwischen 22 und 6 Uhr nicht geflogen - außer bei Notfällen, Katastrophen oder wenn eine der anderen beiden Bahnen gesperrt ist.

Laerm geparkter S-Bahnen macht Anwohner wuetend und krank

Quelle: ddp

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Anreise

Trotz teilweise hoher Parkgebühren ist das Auto immer noch das beliebteste Verkehrsmittel, um zum Flughafen zu kommen. 41 Prozent der Fluggäste reisen mit dem Wagen an. 32 Prozent nutzen die S-Bahn, die allerdings auch nicht günstig ist. Zehn Euro kostet derzeit ein Bahnticket von der Innenstadt zum Airport - so teuer ist der Flughafentransfer in keiner anderen deutschen Stadt. Zehn Prozent der Reisenden nutzen die Taxis - der Rest ist mit dem Flughafenbus, Mietwagen oder anderen Transferdiensten unterwegs.

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Quelle: Marco Einfeldt

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Passagiere

38 Millionen Passagiere wurden im Jahr 2011 am Münchner Flughafen abgefertigt - so viele wie noch nie. Damit ist der Airport im Erdinger Moos hinter Frankfurt/Main (56 Millionen) und vor Düsseldorf (21) der zweitgrößte Flughafen der Republik. Auch im europäischen Vergleich schneidet München gut ab. Der Flughafen Franz Josef Strauß ist sechstgrößter Airport des Kontinents. Davor liegen London-Heathrow (69,4 Millionen), Paris Charles-de-Gaulle (61), Frankfurt/Main (56), Amsterdam (49,8) und Madrid (49,6).

© sueddeutsche.de/tob/bica

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