Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa sind in der Nacht auf Donnerstag in den angekündigten Arbeitskampf getreten. Ein Sprecher der Lufthansa bestätigte, dass der Warnstreik nach Mitternacht begonnen habe. Auch der Münchner Flughafen ist betroffen. Laut der Gewerkschaft Ufo sind Arbeitsniederlegungen des Kabinenpersonals bei Lufthansa und Lufthansa Cityline für den ganzen Tag geplant.
Laut Flugplan des Flughafens München sind zahlreiche Starts und Landungen bereits annulliert. In einer Mitteilung der Lufthansa ist von „umfangreichen Flugstreichungen“ die Rede. Konkrete Zahlen, auch zur Zahl der betroffenen Passagiere, nennt die Airline auch auf Anfrage nicht. Die Lage sei „volatil“, sagte eine Sprecherin des Konzerns der SZ.
Ein Flughafen-Sprecher sagte der SZ am Mittag, von den insgesamt 920 Starts auf dem Flugplan vom Donnerstag seien 300 annulliert worden. Soweit er sehe, seien das alles Flüge der Lufthansa. Nur vereinzelt würden Flugzeuge der Airline von München aus starten oder dort landen. In ganz Deutschland wurden der Agentur Reuters zufolge fast 800 Flüge gestrichen.
Vom Streik betroffene Fluggäste werden der Lufthansa zufolge über Mail oder Mobilfunk über Änderungen und Umbuchungen informiert. Fluggäste, die vom Streik betroffenen seien, würden zurzeit umgebucht. Darüber hinaus sollten sich Passagiere über lufthansa.com oder die Lufthansa App über den aktuellen Status ihres Fluges informieren. Innerdeutsch reisende Gäste könnten die Deutsche Bahn nutzen.

Luftfahrt:Worum es beim Streik der Piloten und Flugbegleiter wirklich geht
Am Donnerstag treten Beschäftigte der Lufthansa mal wieder in den Ausstand. Offiziell wegen der Altersversorgung und den Arbeitsbedingungen. Und inoffiziell?
Der Münchner Flughafen ist mit weltweit 137 Zielen nach Frankfurt das zweite Drehkreuz der Lufthansa für den internationalen Flugverkehr.
Die etwa 4800 Piloten streiken bei Lufthansa und der Frachttochter Lufthansa Cargo für höhere Betriebsrenten, heißt es. Die Flugbegleiter wollen mit einem Warnstreik Tarifverhandlungen zu mehreren Themen erzwingen. Hier hat die Gewerkschaft Ufo auch das Personal der von der Schließung bedrohten Regionaltochter Lufthansa Cityline zum Ausstand aufgerufen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht, heißt es. Ufo will für die Beschäftigten einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert werde. Inoffiziell dürfte es aber auch um etwas anderes gehen - die Arbeitsverteilung im Konzern.
Der Vorstand der Lufthansa hat die Forderungen zurückgewiesen und kritisierte die Streiks als „völlig unnötige Eskalation“. Andere Konzerngesellschaften sollen nicht bestreikt werden. Die Lufthansa geht nach eigenen Angaben davon aus, „ab Freitag weitestgehend wieder den normalen Flugplan anbieten zu können“.
Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger schloss weitere Protestaktionen nicht ausgeschlossen: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob dieser Warnstreik der letzte sein wird“, sagte er am Münchner Flughafen. Das komme darauf an, wie das Lufthansa-Management darauf reagiere.

