Gleich zweimal binnen zweier Tage ist es an der südlichen Start-und-Landebahn des Münchner Flughafens zu Problemen gekommen. Am Samstag hob eine Boeing 787 der Vietnam Airlines beim Start zu spät ab und schrammte knapp an einer Katastrophe vorbei. Am Montag setzte ein Airbus A380 der Lufthansa bei der Landung zu früh auf und beschädigte die Beleuchtung der Piste, die in der Sprache der Luftfahrt die Bezeichnung 08R/26L trägt. Die Zahl bezeichnet nicht etwa die Anzahl der Pisten, sondern deren magnetische Ausrichtung. Null Grad steht für den magnetischen Nordpol, 08/26 für 80 Grad Ost und 260 Grad West. Der einfacheren Lesbarkeit halber wird die Zahl durch zehn geteilt. R und L stehen für rechts und links aus Sicht des Piloten, je nach Start- oder Landerichtung. Die zweite Münchner Piste heißt nach demselben Prinzip 08L/26R. Gäbe es eine dritte, stünde dahinter ein C für Center, also Mitte. Diese Bezeichnungen gelten weltweit an allen Airports. Die Piste in London/Gatwick etwa trägt die gleiche Nummer wie die Münchner Südbahn. Weil sich der magnetische Nordpol ständig bewegt, können sich die Nummern der Bahnen mit der Zeit auch ändern.
Aktuelles LexikonWieso heißt es Startbahn 26 L?

Der Flughafen München. Am Wochenende gab es dort bei einem Start und einer Landung Probleme.
Foto: Peter KneffelAm Münchner Flughafen, auf dem sich am Wochenende zwei Fast-Unglücke ereigneten, tragen die Start-und-Lande-Bahnen scheinbar rätselhafte Bezeichnungen. Doch die folgen einem weltweit gültigen Prinzip.
Von Andreas Schubert