Süddeutsche Zeitung

Verkehr:Flughafen München testet einfachere Sicherheitskontrollen

  • Immer mehr Passagiere fliegen zum und vom Münchner Flughafen, im Jahr 2018 waren es 46,3 Millionen Menschen.
  • Um die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle zu verringern, testet Bayern eine neue Kontrollstelle.
  • Fluggäste können dort Laptops, Smartphones und Flüssigkeiten dank verbesserter Technik im Handgepäck lassen.

Das Passagieraufkommen am Münchner Flughafen nimmt von Jahr zu Jahr zu. 2018 flogen 46,3 Millionen Menschen von und nach München, das waren 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein im Terminal 2 starteten fast neun Millionen Passagiere. Dieser Zuwachs wird für die Sicherheitskontrolle zunehmend zum Problem: Inzwischen sind die Wartezeiten am Sicherheitscheck zu Stoßzeiten einigermaßen zeitraubend. Wer zu knapp zum Airport kommt, der kann schon mal seine Maschine verpassen.

Das will der Freistaat nun ändern. Das Luftamt Südbayern testet im Terminal 2 eine neuartige Kontrollstelle. Deren Ziel ist es, die Sicherheitskontrollen zu vereinfachen. Dabei können vier Passagiere gleichzeitig ihr Gepäck in größeren Wannen als bisher auf eine sogenannte Kontrollspur legen. Auf diese Weise soll der Kontrollvorgang wesentlich schneller als bisher ablaufen.

An den neuen Förderbändern befinden sich hochsensible Prüfgeräte mit Computertomografie-Technik, die zur Kontrolle des Handgepäcks dienen. Passagiere können Laptops, Smartphones und (erlaubte) Flüssigkeiten im Handgepäck lassen. Die Fluggäste selbst laufen zur gleichen Zeit durch moderne Körperscanner der neuesten Generation. Die Kontrollstelle soll laut Luftamt Südbayern für höheren Passagierkomfort sorgen. Verbesserte Technik soll dabei gleichzeitig mehr Sicherheit gewährleisten, insbesondere durch automatische Sprengstofferkennung.

Das Terminal 2 wird von der Lufthansa und deren Kooperationspartnern genutzt. Wegen des hohen Passagieraufkommens sind die vorhandenen 30 Kontrollspuren stets stark ausgelastet. Die neue Kontrollstelle hat das Luftamt Südbayern zusammen mit der Betreibergesellschaft des Terminal 2, der Sicherheitsfirma SGM und der Scarabee Aviation Group entwickelt. Die Testphase soll bis zum Ende des Jahres laufen. Sollte sich das neue System in dem Pilotversuch bewähren, soll es weitere Doppelkontrollspuren geben.

Sicherheit im Luftverkehr habe oberste Priorität, teilte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) dazu am Freitag mit. "Dennoch wollen wir die Sicherheitskontrollen für die Passagiere auf ein Minimum beschränken. Die Automatisierung hilft uns hier extrem."

Die Sicherheitschecks waren im vergangenen Sommer stark in die Kritik geraten, als eine Passagierin unkontrolliert in den Sicherheitsbereich des Terminals gelangte und so am ersten Ferientag ein Chaos auslöste, weil die Bundespolizei den Bereich räumen ließ. 330 Flüge mussten annulliert werden. Noch immer ist offen, ob der Freistaat, dem die SGM gehört, für Entschädigungen verantwortlich ist. Man prüfe das noch, heißt es schon seit Längerem aus dem Verkehrsministerium. Auch zu solchen Pannen soll es nicht mehr kommen. Dazu sollen unter anderem neue Lichtschranken beitragen, die ohne eine Freigabe durch das Sicherheitspersonal Alarm auslösen.

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Quelle:
SZ vom 02.03.2019/kaal
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