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Airport:Am Flughafen werden Deals jetzt im Business-Kämmerchen gemacht

Meeting Cab Flughafen München

Ein Business-Würfel im Terminal: Das Meeting Cab am Münchner Flughafen.

(Foto: Yorck Dertinger/Munich Airport)

Acht Quadratmeter misst das "Meeting Cab" - aber es ist alles da, was Geschäftsleute so brauchen. Außer Platz.

Die Situation kennt vermutlich jeder. Ein angenehmer Flug über den Wolken, ein kleiner Plausch mit dem Sitznachbarn - und schon bietet sich die Gelegenheit, zu unglaublich günstigen Konditionen eine schön gelegene Goldmine in Peru zu erwerben. Oder eine schnuckelige Yacht, die gerade in Monaco vor Anker liegt. Dann wird es konspirativ, denn natürlich darf keiner der Mitfliegenden den Deal wegschnappen. Was nun? Schweigen, damit keiner die Details mitbekommt? Und so das Geschäft des Lebens gefährden, weil man den Minenbesitzer im Gewurl am Gepäckband aus den Augen verlieren könnte?

Auf dem Münchner Flughafen hat man eine Idee, was in solchen Situationen zu tun ist: Einfach nach der Landung spontan mit der Kreditkarte in der "Meeting Cab" einchecken. So heißt eine etwa acht Quadratmeter große Kabine, die neuerdings im nördlichen Teil des Terminals 2 aufgestellt ist und Raum für vertrauliche Gespräche bietet. Das Business-Kämmerlein ist schallisoliert, gegen neugierige Blicke kann man sich mit einem Vorhang schützen.

Eine Netzwerkverbindung und Stromanschlüsse machen es möglich, dass Goldmine oder Yacht (im Idealfall beides) rasch und mit seriösem Bezahlmodus den Besitzer wechseln. Wer dann noch auf das gute Geschäft anstoßen will, kann bestimmt in einem der umliegenden Läden eine Magnumpulle Schampus erwerben und am Besprechungstisch leeren. Prost!

Ganz neu ist die Kabinenidee nicht. Derselbe Hersteller hat am Flughafen auch schon die "Nap-Cabs" installiert, in denen man sein müdes Haupt betten kann. Da es auf dem Airport auch Duschen, Lokale, ein Konferenzzentrum und notfalls ein kleines Klinikum gibt, müssen viele Geschäftsleute die Terminals gar nicht mehr verlassen. Tokio, dann der Minen-Deal plus Ausschlafen, und weiter geht es nach New York. Schön war's in München. Nur ein bisschen eng.

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