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Flughafen München:Im Probebetrieb läuft noch nicht alles glatt

Zwei Techniker überwachen in der unterirdischen Leitstelle den Betrieb der Mini-U-Bahn. Sie müssen nur bei Notfällen eingreifen, oder wenn ein zusätzlicher Zug eingefädelt werden muss.

(Foto: Marco Einfeldt)

Deshalb sind alle am Flughafen froh, dass zumindest die Testfahrt am Montag klappt - wenngleich bei der Einfahrt in einen der unterirdischen Bahnhöfe die Bremse ziemlich abrupt anschlägt. "So sollte das nicht sein", sagt Projektleiter Pahnke leicht zerknirscht. Und ein Techniker erklärt hinterher, dass man noch im Probebetrieb sei und noch nicht alles glatt laufe.

Finanzminister Markus Söder (CSU), zugleich Chef des Flughafen-Aufsichtsrats, lobt trotz der kleinen Bremspanne die Planer. "Pünktlich im Zeitplan und voll im Budget", sagt der Minister, das sei bei Großprojekten wahrlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Der erfolgreiche PTS-Probelauf jedenfalls sei "ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Flughafens".

Gesteuert wird das PTS aus einer kleinen Leitwarte, die ebenfalls im Tiefgeschoss des neuen Satellitengebäudes untergebracht ist. Zwei Techniker sitzen dort vor einer Vielzahl an Bildschirmen, über eine Monitorwand flackern die Aufnahmen von gut 40 Überwachungskameras. Etwa zwei Dutzend Mitarbeiter stellt Bombardier ab, um die Bahn zu betreiben.

Von vier Uhr morgens bis Mitternacht in Betrieb

Der Flughafen hat zwar die komplette Technik gekauft, also die insgesamt zwölf Waggons, die Bahnsteigtüren sowie die gesamte Leit- und Sicherungstechnik; den Betrieb des PTS allerdings übernehmen neun Jahre lang die Kanadier im Auftrag des Flughafens. Insgesamt hat der Komplettauftrag ein Volumen von 90 Millionen Euro.

20 Stunden täglich wird das PTS in Betrieb sein, von vier Uhr morgens bis Mitternacht, sobald das Satellitenterminal Ende April in Betrieb gehen wird. Nutzen können die neue Bahn aber nur Fluggäste, die ein Ticket von Lufthansa oder einer ihrer Partnerairlines gekauft haben. Denn nur für sie wird das Satellitenterminal zugänglich sein. Eine Besucherterrasse oder ähnliches ist nicht vorgesehen. Und damit auch kein Ausflug in den Keller zum PTS.

© SZ vom 23.02.2016/mkro

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