Flughafen München Eine Panne war schuld an der Terminal-Schließung, mehr nicht

Viele schimpfen über das Chaos am Wochenende am Münchner Flughafen. Doch eigentlich müssten die Passagiere den Beteiligten danken.

Kommentar von Nina Bovensiepen

Es gibt in diesem Sommer viele Anlässe, sich über den Quasi-Monopolisten Lufthansa zu ärgern. Steigende Preise, ausgefallene und verschobene Flüge - vieles funktioniert nicht oder nicht gut. So bequem dies für alle Empörten wäre: Die Sicherheitspanne am Münchner Flughafen, von der mehr als 30 000 Passagiere betroffen waren, reiht sich nicht in die Serie der Lufthansa-Debakel ein. Auch auf den Flughafen oder die Sicherheitsbehörden mag schimpfen, wer will - sie können nichts für das Chaos, das sich ausgerechnet an einem der verkehrsreichsten Tage zutrug.

Es war eine Panne, menschliches Versagen an der Sicherheitskontrolle, das dazu führte, dass eine Frau in einen Bereich gelangte, in den sie nicht unkontrolliert hätte kommen dürfen. Dieser eine kleine Moment war ursächlich dafür, dass Tausende Menschen am Airport strandeten, statt in den ersehnten Urlaub aufzubrechen.

Danach indes lief vieles mustergültig ab, nämlich nach jenen Vorschriften, die für solche Pannen oder aber für den Ernstfall gelten. Diese Regeln gibt es aus gutem Grund, sie sollen das Reisen so sicher wie möglich machen. Wäre die Sache anders ausgegangen, hätte also wirklich Gefahr bestanden, wären nun alle dankbar, dass man sich an die Vorschriften hielt. Das ließe sich, bei allem Ärger, auch einmal bedenken.

Flugreise "Wir haben eigentlich nur darauf gewartet, dass so etwas passiert"

Chaos am Flughafen München

"Wir haben eigentlich nur darauf gewartet, dass so etwas passiert"

Als der Münchner Flughafen wegen eines vermeintlichen Sicherheitsrisikos dichtgemacht wird, sitzt die Frau, die den Alarm verursacht hat, schon im Flieger. Dass es zu der Panne kam, überrascht Kontrolleure nicht.   Von Martin Bernstein und Pia Ratzesberger