Flüchtlinge:Isomatten und Schlafsäcke werden benötigt

Wegen der kritischen Lage bittet der Kreis von ehrenamtlichen Helfern die Bürger noch am Samstagabend um 800 Isomatten und Schlafsäcke. "Wir sammeln am blauen Infobus vor der Luisenstraße 4", sagt eine Sprecherin. "Und wir bitten, die Spenden nur dort abzugeben. Wir verteilen sie dann weiter."

Knapp eine Stunde nach dem Spendenaufruf türmen sich schon Dutzende, wahrscheinlich Hunderte Isomatten und Schlafsäcke an der Sammelstelle. Helfer in neongelben und orangefarbenen Westen dirigieren die Spender zu den Sammelplätzen. Schwieriger ist das Verstauen der Decken, die erst in Müllsäcke gesteckt werden müssen - zum Schutz gegen etwaigen Regen.

Man sei derzeit dabei, zwei zusätzliche Standorte als Notunterkunft aufzubauen und 120 zusätzliche Helfer zu organisieren. Der Kraftakt der Ehrenamtlichen ist gewaltig. Wer sich als Helfer anmelden möchte, kann das unter www.fluechtlingshilfemuenchen.de tun.

Notquartiere in Aschheim

Knapp 5000 Schlafplätze haben Stadt und Regierung bereits geschaffen: 2500 davon in Dornach, einem Ortsteil von Aschheim im Landkreis München, 2200 in der Messe und 700 in der Karlstraße. Zwar versuchten die Behörden, weitere Notquartiere zu besorgen und schließen auch große Zelte nicht mehr aus. Auf die Frage, wo genau diese Unterkünfte herkommen sollen, antwortete Hillenbrand: "Unterschätzen Sie die Fantasie eines Regierungsbeamten nicht." Doch wirklich lösen könnten nur die anderen Bundesländer das Problem.

Bisher gab es lediglich die Zusage Nordrhein-Westfalens, 1500 Flüchtlinge aufzunehmen, die in zwei Sonderzügen gebracht werden sollen. Ein erster Zug verließ den Münchner Hauptbahnhof um 15.40 Uhr in Richtung Düsseldorf. Eventuell könnten in der Nacht zum Sonntag 200 bis 300 Asylsuchende nach Norddeutschland fahren. Eine wirkliche Entlastung bringe das aber nicht.

Bahn erwägt Zugverkehr einzustellen

Die Deutsche Bahn AG und Meridian machen sich langsam Sorgen um die Sicherheit ihrer Züge. An diesem Wochenende reisten viele Bayern zurück aus den Ferien nach Hause, die Züge im Grenzverkehr zwischen Österreich und Deutschland seien zu voll. Es könne daher nicht mehr ausgeschlossen werden, dass einzelne Verbindungen aus Sicherheitsgründen ausfallen müssten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema