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Flucht:"Wenn wir jetzt schlafen, schlafen wir für immer"

In "My Way" erzählt Jakob Gatzka die Lebensgeschichte von Hussain Hussaini. Der Film ist ein Puzzle aus angedeuteten Fluchtsequenzen, Straßenszenen etwa in Athen und Gesprächen in der deutschen Gegenwart.

(Foto: Stephan Rumpf)

Hussain Hussaini floh als Jugendlicher aus Afghanistan nach Deutschland. Über Nachtmärsche bei Eiseskälte, Zusammenstöße mit der ungarischen Polizei, und wie er es schaffte, in Bayern Fuß zu fassen.

Von Bernd Kastner

Er war 15 und er wusste nicht, was er von all dem halten sollte. "Ein bisschen komisch" war dieser Ort. "Wo bin ich gelandet?" Hussain Hussaini hat sich das gefragt, so erzählt er, aber dann hat er erst mal geschlafen, zwei Tage lang, so kaputt war er. 2012 war das. Zuvor hatten ihn Polizisten aus dem Zug rausgeholt, er wollte ja überhaupt nicht hierher in die Berge, er wollte nach München. Aber der junge Mann, erkennbar kein Mitteleuropäer, fiel bei der Kontrolle auf. Also verbrachte er eine Nacht auf einer Polizeistation, dann bekam er ein Bett auf dem Labenbachhof. Das ist ein Tagungszentrum bei Ruhpolding, es wurde damals geleitet von der Schwiegermutter von Jakob Gatzka, einem Filmemacher. So begann eine ganz besondere Beziehung zwischen ihm und Hussain Hussaini aus Afghanistan, der ohne Eltern nach Deutschland geflohen war.

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