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Finanzen:Oberpollinger wird sich im Innern komplett verändern

Dennoch ist Signa-Geschäftsführer Stadlhuber optimistisch. Einem Kompromiss, bei dem die Vertreter der verschiedenen Positionen Zugeständnisse machten, stehe nichts mehr im Weg. Signa respektiere die historische Bedeutung des Bauwerks als Ort der Kultur und der Bildung. An der Fassade in der Nachbarschaft zur Kirche St. Michael und bei der Dachlandschaft gebe es keinerlei Eingriffe, die den Charakter des Ensembles veränderten.

Obwohl der Freistaat Bayern beim Verkauf der Immobilie im Jahr 2013 keine Vorgaben zu einer kulturellen Nutzung in den Räumen der Alte Akademie gemacht hat, will die Signa einen Beitrag zu diesem Thema leisten. Mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften hätten Gespräche stattgefunden, berichtet der Signa-Geschäftsführer. Man habe das Angebot gemacht, 150 Quadratmeter Bürofläche zehn Jahre mietfrei zur Verfügung zu stellen.

Architektur in der Altstadt

Wie sich Münchens Silhouette verändert

Hier könnte man nämlich das Archiv und die Arbeitsplätze der Forscher, die sich mit dem berühmten Komponisten Richard Strauss beschäftigen, unterbringen. Doch am Ende habe man sich leider nicht darauf verständigen können, wie konkret dieser Bürotrakt ausgestaltet werden sollte, sagt Stadlhuber.

Oberpollinger wird zum Departmentstore

Zum Imperium der Signa-Gruppe gehören unter anderem die Premium-Kaufhäuser KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und das Münchner Traditionshaus Oberpollinger, das sich gleich neben der Alten Akademie befindet. Dieses Gebäude soll sich im Innern komplett verändern, um attraktive Verkaufsflächen zu schaffen, der Umbau Schritt für Schritt bei laufendem Betrieb stattfinden.

Einen ersten Eindruck vom neuen Oberpollinger bietet das gerade umgebaute Untergeschoss namens "The Storey". Zur Eröffnung gibt es an diesem Donnerstagabend ein Eröffnungs-Event mit geladenen Gästen. "The Storey" ist ein sogenannter Concept-Store - eine Form des Verkaufens, die zurzeit in Städten wie Melbourne, Mailand oder London Furore macht. Die Marketingleute sprechen von einer Mischung aus Avantgarde, Großstadt-Spirit und Kunstprojekt, die die Regeln des Einzelhandels neu definiere.

Oberpollinger hole diesen Zeitgeist mit einem ungewöhnlichen Architekturkonzept, internationalen Marken und lokalen Designern nach München. Mit "The Storey" bekomme der Oberpollinger ein neues Aussehen - das Traditionshaus verwandle sich in einen "visionären, offen gestalteten Departmentstore", schwärmen die Werbe- und Verkaufsexperten von Oberpollinger.

Unter der Regie des britischen Architekten John Pawson wird sich das Kaufhaus in den kommenden Jahren neu präsentieren. Das gilt zum Beispiel für die vierte Etage mit dem "Home-Bereich" für alles rund um die Wohnung oder das Eigenheim. Pawson pflegt einen sanften Stil bei der Ausstattung der modernen Kaufhauswelt. Er habe sich immer wohl gefühlt in einer visuell unaufgeregten Umgebung, sagte er in einem Interview. Schon als Kind, so der Architekt, sei er dem Instinkt gefolgt, "meine Lebensraum so einfach wie möglich zu gestalten, um zur Essenz der Dinge vorzudringen".

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