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Filmtipp des Tages:Panorama der Trauer

Eine unheilvolle Ahnung wird zum Albtraum. "Weißer weißer Tag" erzählt die Geschichte eines quälenden Verdachts, und besticht mit beinahe impressionistischen Landschaftsaufnahmen aus Island

Manchmal braucht es nicht viel, bis Trauer zu Wahnsinn wird. Im Fall des pensionierten Polizisten Ingimundur ist es ein quälender Verdacht: Er glaubt, seine gerade tödlich verunglückte Frau habe ihn betrogen. Was als unheilvolle Ahnung beginnt, wird in diesem vermeintlich leisen Film zum psychologischen Albtraum. Es ist zunächst eine subtil spannende Geschichte um Ingimundur, der sich um seine Enkelin kümmert. Dann bringt Regisseur Hlynur Pálmason zunehmend grotesk verstörende Bilder auf die Leinwand. Zentrales Motiv in "Weißer weißer Tag" : die beinahe impressionistischen Landschaftsaufnahmen Islands - von existentieller Schönheit und doch so unberechenbar wie die gebrochene Psyche des Protagonisten. Zu sehen ist das vielfach prämierte Psychodrama auch in isländischer Originalfassung.

Weißes Weißes Land, ISL/DNK/SWE 2019, Regie: Hlynur Pálmason, Original mit Untertiteln, Montag, 24. Februar, 18.45 Uhr, Arena Kino, Hans-Sachs-Straße 7, t 260 32 65

© SZ vom 24.02.2020 / rere
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