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Filmtipp des Tages:Die Ware Schönheit

"Die Misswahl" erzählt von einem Schönheitswettbewerb im Jahr 1970. Eine männlich besetzte Jury bestimmt die Kategorien und Ideale - doch es regt sich Widerstand: Eine Gruppe Feministinnen möchte die Veranstaltung torpedieren

Vor 50 Jahren gab es noch kein "Germany's Next Topmodel", die Kritik an der öffentlichen Zurschaustellung von jungen Frauen wurde aber schon damals laut. Die britische Feelgood-Komödie "Die Misswahl" erzählt davon: Im London des Jahres 1970 findet der "Miss World"-Wettbewerb statt, 100 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt sitzen vor den Fernsehern. Eine ausschließlich männlich besetzte Jury urteilt über die Kandidatinnen, die in Abendkleidern und Badeanzügen auf die Bühne geschickt werden. Dabei fallen Sprüche wie: "Wenn die Maße nicht 90, 60, 90 sind, sitzen die Kurven nicht an den richtigen Stellen." Doch es regt sich Widerstand: Eine Gruppe junger Feministinnen (angeführt von Hauptdarstellerin Keira Knightley) schmiedet einen Plan, um die Veranstaltung zu torpedieren, auch die "Miss World"-Kandidatinnen üben sich in Solidarität. Der Film von Philippa Lowthorpe läuft am Donnerstag bundesweit in den Kinos an. Bereits am Mittwoch, 30. September, ist er in vielen Kinos in einer Preview zu sehen. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Podiumsdiskussion statt, die per Livestream in allen teilnehmenden Kinos übertragen wird - und an der das Publikum via WhatsApp und E-Mail live teilnehmen kann. Die Autorin Louisa Dellert leitet die Gesprächsrunde und begrüßt Stevie Schmiedel, die Gründerin von "Pinkstinks Germany", Detlef Tursies, den deutschen Lizenznehmer von "Miss World", sowie Sara Nuru. Das Münchner Model gewann die vierte Staffel von "Germany's Next Topmodel" und hat zum Thema "Schönheitswettbewerbe, Models, Vorbilder" sicher viel zu erzählen.

Die Misswahl, GB 2020, Regie: Philippa Lowthorpe, Mi., 30. Sep., 19 Uhr, mit anschließender Podiumsdiskussion, teilnehmende Kinos: Monopol München, Liliom Augsburg, Thalia Kino Augsburg, Central Kino Hof, Union Kino Ingolstadt, Colosseum Kempten, Cinecittá Nürnberg, Filmwelt Schweinfurt

© SZ vom 30.09.2020 / Grü
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