Zeig mir deins und ich zeig’ dir meins: So in etwa geht Claudine (Jeanne Balibar) vor, die sich in einem Schweizer Berghotel regelmäßig mit fremden Männern trifft. Die Mittfünfzigerin will aber nicht nur mit ihnen schlafen, sondern auch etwas über deren Leben erfahren. Dann verlängert ein Mann ihretwegen seinen Aufenthalt. Das im Kanton Wallis entstandene Drama „Laissez-moi“ („Fass mich an“) lief 2023 beim Festival in Cannes und kam nie in die deutschen Kinos, jetzt ist es in München im Theatiner zu sehen.
Dort finden ab 21. März die Filmtage der Frankophonie statt: Eine Woche lang werden Filme aus der französischsprachigen Welt gezeigt, aus Ländern oder Provinzen wie Frankreich, Belgien, Tunesien, der Schweiz oder Quebec. Aus der belgischen Region Wallonie kommt das Drama „On vous croit“ („Wir glauben euch“), es erzählt von einer Mutter, die vor Gericht um das alleinige Sorgerecht für ihre Kinder kämpft. Der Film von Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys startet im Mai 2026 auch regulär in den deutschen Kinos.
Bereits 20 Jahre alt ist „C.R.A.Z.Y.“, mit dem der viel zu früh verstorbene Jean-Marc Vallée seinen internationalen Durchbruch feierte. Der meisterhafte Film mit Musik von David Bowie, Charles Aznavour oder den Rolling Stones beendet am 27. März die Frankophonie-Reihe. Der Filmtitel setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von fünf Brüdern zusammen: Christian, Raymond, Antoine, Zachary und Yvan wachsen in den Sechziger- und Siebzigerjahren in Quebec auf. Zachary ist Papas Liebling – zumindest so lange, bis er sich seiner Neigung zum eigenen Geschlecht bewusst wird. Danach muss er sich abnabeln, seine eigenen Wege gehen.
Filmtage der Frankophonie, Samstag, 21., bis Freitag, 27. März, Theatiner Filmkunst, Theatinerstraße 32, München

