Filmpremiere "Resturlaub":Sommerloch auf dem Roten Teppich

Tommy Jaud zeigt die Verfilmung seines Bestsellers "Resturlaub" in München - und keiner geht hin. Mitten im Sommerloch kann selbst ein fränkischer Bierkönig die Schickeria nicht auf den Roten Teppich locken. Und so müssen der Erfolgsautor und seine Hauptdarstellerinnen selbst für die Show sorgen. Doch das geht schief.

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(Foto: Fischhaber)

Tommy Jaud zeigt die Verfilmung seines Bestsellers "Resturlaub" in München - und keiner geht hin. Mitten im Sommerloch kann selbst ein fränkischer Bierkönig die Schickeria nicht auf den Roten Teppich locken. Und so müssen der Erfolgsautor und seine Hauptdarstellerinnen selbst für die Show sorgen. Doch das geht ziemlich schief. "Sitzt mein Haar?": Am Montagabend feiert "Resturlaub" Premiere im Mathäser Filmpalast am Münchner Stachus. Martina Hill ("Switch reloaded"), die in dem Film vor allem beweist, dass eine Entenstimme ziemlich nerven kann, nimmt den Auftritt auf dem Roten Teppich sichtlich ernst. "Wirkt die Tasche nicht zu steif?", fragt sie immer wieder. Einem Lokalsender flötet sie noch zu, der Drehort Bamberg sei ja "sooo niedlich" gewesen.

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(Foto: Fischhaber)

Auch Kollegin Mira Bartuschek scheint noch nicht so viele Auftritte auf dem Roten Teppich gehabt zu haben - und setzt auf professionelle Hilfe: "Resturlaub"-Regisseur Gregor Schnitzler erklärt ihr, wann sie in welche Kamera schauen muss und will seine Hauptdarstellerin am liebsten gar nicht mehr loslassen.

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(Foto: Fischhaber)

Mitten im Sommerloch ist die Münchner Prominenz, die sich sonst kein Blitzlichtgewitter entgehen lässt, an diesem Montag praktisch nicht existent - und so stürzen sich die Fotografen auf die Darstellerinnen. Selbst Melanie Winiger, die in "Resturlaub" ein rassiges argentinische Model mimt und Maximilian Brückner verführt, gibt sich auf dem Roten Teppich allerdings überraschend züchtig.

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(Foto: Fischhaber)

Autor Tommy Jaud weiß vor lauter Verlegenheit nicht wohin mit seinen Händen. "Sie sind doch hier nicht in der Kirche", ruft schließlich ein entnervter Fotograf. "Das ist mein erstes Mal", entschuldigt sich Jaud, in dessen erfolgreichen Büchern ein brachialer Gag dem nächsten folgt - und wirkt dabei schon fast sympathisch.

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(Foto: Fischhaber)

Auch davon, dass hier ein Autor steht, dessen Humor von "Terror kaum zu unterscheiden ist", wie ein Kritiker unlängst lästerte, ist nichts zu merken. "Ich bin ein unfassbar schlechter Witzeerzähler", erklärt Jaud und erzählt dann lieber von den "Resturlaub"-Dreharbeiten, für die eine Straße in Buenos Aires gesperrt wurde - "nur weil ich mir das mal ausgedacht habe".

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(Foto: Florian Peljak)

Jaud gilt als Mario Barth der Literatur. Das deutsche Lesepublikum liebt seine Bücher, die sich mehr als vier Millionen Mal verkauft haben, das Feuilleton hasst ihn. Vielleicht ist auch das ein Grund, dass sich trotz groß angekündigter Gästeliste vor allem Fotografen, kaum aber Prominente zur Premiere von "Resturlaub" trauen.

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(Foto: Fischhaber)

Es sei denn man zählt Modelagent Peyman Amin dazu, einst Juror bei "Germany's Next Topmodel". Er kommt samt Modelfreundin und bringt das Schaulaufen routiniert hinter sich.

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(Foto: Fischhaber)

Auch dieser junge Mann, Abgesandter einer Bamberger Brauerei, in der "Resturlaub" gedreht wurde, hat offenbar wenig Probleme mit dem großen Auftritt.

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(Foto: Florian Peljak)

Hauptdarsteller Maximilian Brückner kommt zuletzt - überhaupt fragt man sich, wieso der Charakterdarsteller, vor allem bekannt als solider Tatort-Kommissar, die Rolle in der überdrehten Komödie "Resturlaub" angenommen hat. "Vor mir aus könnten wir das noch zwei Stunden machen", ruft er den enttäuschten Fotografen zu - und ist dann schnell im Kinosaal verschwunden.

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(Foto: Fischhaber)

Mitgebracht hat Brückner seinen Mentor Christian Stückl, Intendant am Münchner Volkstheater und Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele, samt Nachwuchsschauspieler. Ob ihm allerdings die Komödie "Resturlaub" gefallen haben dürfte, ist fraglich.

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(Foto: dapd)

Brückner mimt darin einen Franken in der Midlife-Crisis, der vor seinem spießigen Leben im beschaulichen Bamberg nach Buenos Aires flieht - und dabei merkt, dass die fränkische Provinz doch besser zu ihm passt. "Resturlaub", das ist solide Unterhaltung auf konstant niedrigem Niveau.

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(Foto: Getty Images)

Es wird gesoffen, geflucht, gerülpst und Stephan Luca darf als Brückners bester Filmfreund Arne beweisen, dass er auch mit sehr bemühtem fränkischen Dialekt nicht lustig ist. Eine beschwingte Sommerkomödie sieht anders aus, "Resturlaub" fühlt sich eher nach einfallsloser Pauschalreise an.

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(Foto: Fischhaber)

Da helfen auch die Stewardessen, die nach dem Kino mit Rosen auf die Zuschauer warten, nicht. Urlaubsfeeling kommt an diesem Abend zumindest nicht auf.

© sueddeutsche.de/Text: Anna Fischhaber - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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