Was Romantik angeht, haben Verliebte mitunter recht unterschiedliche Vorstellungen. Auf einen kuscheligen Filmabend zu zweit können sich die meisten aber einigen. Auf folgendes Liebesgeständnis auch: „Woraus auch immer unsere Seelen bestehen, seine und meine sind gleich“, heißt es in Emily Brontës „Sturmhöhe“. Die Liebesgeschichte zwischen Catherine und Heathcliff endet zwar trotz Seelennähe tragisch, verfilmt wurde sie aber so oft wie kaum ein anderer Klassiker der Weltliteratur.
Jetzt startet pünktlich zum Valentinstag Emerald Fennells Neuinterpretation von Wuthering Heights – Sturmhöhe in den Kinos. Die für provokante Filme wie „Saltburn“ bekannte Britin konnte mit Margot Robbie und Jacob Elordi zwei der aktuell angesagtesten Hollywoodstars gewinnen, die Songs schrieb Popstar Charli XCX. An dieser Erfolg versprechenden Kombination kommt man kaum vorbei, zumindest am Valentinstag. Wer am 14. Februar mit seinem oder seiner Liebsten ins Kino gehen will, hat natürlich trotzdem eine große Auswahl: Sehenswerte Filme laufen derzeit zuhauf, von den Oscar-Kandidaten Hamnet oder Sentimental Value über die koreanische Tragikomödie No Other Choice, den US-Überraschungshit The Housemaid, bis zum Münchner Publikumsliebling Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.

Im Filmmuseum München sind aktuell noch die Reihen zu Frank Capra und Luchino Visconti zu sehen, am 12. Februar steht in einer „Open Scene“ der erste professionell produzierte Spielfilm aus Grönland auf dem Programm. Nuummioq (2009) erzählt von einem grönländischen Zimmermann, der eine folgenschwere medizinische Diagnose erhält: Entweder er geht nach Dänemark und lässt sich behandeln oder er genießt seine letzten Lebensmonate in seiner Heimat. „Der Tod ist uns Grönländern sehr nahe, denn wir leben in einer extremen Natur, die jedes Jahr ihre Opfer fordert“, sagt der Produzent des Films. Opfer sein wollen die Grönländer indes nicht, trotz oder gerade wegen der aktuellen US-Expansionspläne.
Im Monopol Kino in Schwabing ist am 7. Februar der Schweizer Filmemacher Christian Frei zu Gast, er stellt seinen Dokumentarfilm Blame vor. Dieser lief im vergangenen Jahr beim Dok-Fest München; es geht um die heutige Rolle der Wissenschaft. Drei Forschende aus den USA, China und Singapur haben in jahrelanger Arbeit großes Wissen über Fledermäuse als Überträger von Viren zusammengetragen, werden aber mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie mit einer wahren Fake-News-Welle konfrontiert.

Eine Münchner Doppelpremiere findet am 11. Februar im Monopol Kino (um 18.30 Uhr) und im Werkstattkino (um 20.30 Uhr) statt: Alina Cyranek wird ihren Dokumentarfilm Fassaden persönlich vorstellen, darin geht es um häusliche Gewalt. Die Regisseurin verwebt vier persönliche Geschichten von Frauen, die Gewalt erfahren haben, als Sprecherin im Film konnte sie Sandra Hüller gewinnen.
Ans Meer oder in die Berge? Diese Urlaubs-Grundsatzfrage löst regelmäßig mittelschwere Familienkrisen aus, dabei geht auch beides. Zumindest im Kino: Am 11. Februar macht das Alpen Film Festival Station im Rio Filmpalast. Der Titel dieser durchs ganze Land tourenden Veranstaltung mag etwas irritierend sein, werden hier doch nicht nur Filme aus den Alpen gezeigt. Auch die Bezeichnung „Festival“ mutet für einen Filmabend mit fünf feststehenden Kurzfilmen etwas ambitioniert an. Wer aber gerne Outdoor-Abenteuer aus Norwegen, dem Himalaja oder aus den Alpen sieht, ist hier trotzdem richtig.
Wen es eher ans Meer zieht, sollte sich den Start der International Ocean Film Tour vormerken: Auch hier werden fünf Kurzfilme aufgeführt, nur eben über Menschen auf dem Meer, die tauchen, segeln oder eine Pazifiküberquerung wagen. Das neue Programm feiert Ende Februar in Hamburg Premiere, am 26. Februar ist es erstmals in München (im Rio Filmpalast) zu sehen. Die Nachfrage ist groß, im März folgen weitere Termine in der Alten Kongresshalle.

