Film Mit Drohne auf dem Mount Everest

Karsten Scheuren hat den Weltrekordversuch von Lukas Furtenbach verfilmt, der mir einer Drohne Bilder auf dem Gipfel des Mount Everest Bilder machte.

(Foto: Barbara Walton/dpa)

Noch nie haben Drohnen Bilder auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt aufgenommen. Grimme-Preisträger Karsten Scheuren hat einen Film über den Weltrekordversuch gedreht.

Von Gerhard Fischer, Mitterdarching

Karsten Scheuren traf auf dem Everest zwölf Soldaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hatten im Basislager, in 5400 Metern Höhe, ein Kochzelt aufgebaut. Und ein Kinozelt. Scheuren lächelt. Es amüsiert ihn. "Für die Emirate ist das ein Prestigeprojekt, damit sie sagen können: Unsere Armee war auf dem Everest." Sie hätten auch schon Soldaten nach Alaska geschickt.

Der Filmemacher war aber nicht wegen der Araber auf dem Mount Everest, sondern wegen eines Österreichers - und wegen eines Weltrekordversuchs: Der Tiroler Lukas Furtenbach wollte mit einer Kamera-Drohne auf dem Gipfel Bilder machen, also auf 8848 Metern. Der bisherige Rekord lag bei 6500 Metern. Es sollten Bilder werden, die es so noch nicht gab: Die Drohne sollte 20 Meter über dem Gipfel schweben, nach Tibet schwenken, nach Nepal schwenken, Bergsteiger einfangen und dem Zuseher den Eindruck vermitteln, man sei selbst auf dem Gipfel, irgendwie. Scheuren hat einen Film über Furtenbachs Versuch gedreht. "Everest: Mission Weltrekord" wird an diesem Montag um 20.15 Uhr bei ProSieben MAXX gezeigt.

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Karsten Scheuren, 46, wohnt in Mitterdarching in der Nähe von Holzkirchen. Es ist ein schöner Nachmittag im Herbst, man kann im Garten sitzen. Scheuren serviert einen Zwetschgendatschi, er hat ihn selbst gemacht. Auf dem Tisch steht außerdem ein Laptop. Scheuren wird in den nächsten Stunden immer wieder Bilder von der Everest-Expedition einspielen.

Aber zunächst erzählt er, wie schwierig es sei, mit einer Kamera-Drohne Bilder vom Gipfel des himmelhohen Berges zu machen. "Dort oben herrscht ganz starker Wind, bis zu 100 Kilometer pro Stunde", sagt er, "außerdem ist der Sauerstoffgehalt gering, die Luft ist dünn und eine Drohne hat nicht so viel Aufwind." Er rudert mit den Armen, wie ein Schwimmer. "Ein Schwimmer muss sich auch schneller bewegen, wenn weniger Auftrieb da ist", sagt er. Die Drohne brauche also starke Rotorblätter. Lukas Furtenbach hat das Ganze in einer Druckkammer in Köln simuliert. Ob es aber in der Praxis klappen würde?

Karsten Scheuren ist im Frühjahr mit Furtenbach auf dem Everest gewesen. Scheuren ist nur bis zum südlichen Basislager mitgegangen. "Ich habe keine Höhenerfahrung", sagt er, "ich bin bloß ein Freizeitbergsteiger und vor allem in den Tegernseer und Schlierseer Bergen unterwegs." Er lacht, als er über das Basislager spricht. "Da ging's zu", sagt er, "es herrschte eine enorme Betriebsamkeit an diesem entlegen, rauen Ort." Reiche Australier und Amerikaner ließen sich mal eben mit dem Hubschrauber ins Tal fliegen, in ihre Luxus-Hotels. Ein Engländer sammelte den Plastikmüll auf. Ein Künstler machte in seinem Zelt eine Kunstausstellung.

Scheuren hat der Furtenbach-Gruppe vom Basislager aus hinterher gefilmt - wie sich die 16 Bergsteiger mit zwei zusammenklappbaren Kamera-Drohnen im Rucksack auf den fünftägigen Weg zum Gipfel machten. Unter ihnen Kameramann Philipp Flämig, der Bergsteiger und Drohne für ProSieben filmte. "Flämig ist ein super Bergsteiger und ein super Kameramann - das gibt es selten", sagt Scheuren.

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Karsten Scheuren lässt sich ordentlich Sahne auf seinen Datschi geben, und man denkt daran, dass er sich nicht nur "Freizeitbergsteiger", sondern auch "Genussbergsteiger" nannte. Vermutlich ist er auch ein Genussmensch, der sich an vielen schönen Dingen erfreuen kann: am Essen, an der Natur, an alten Autos. Scheuren durchbricht die Gedanken.

"Hier", sagt er und zeigt auf seinen Laptop, "hier müssen die Bergsteiger an einem Eisbauch vorbei." Ein Eisbauch ist ein Vorsprung, der in den Weg hineinragt. "Da hilft es, wenn man selber keinen großen Bauch hat", sagt Furtenbach mit seiner Tiroler Sprachfärbung in die Kamera. Er macht Witze. Dabei könnte der Eisbauch jeden Moment abbrechen. Dann wäre Furtenbach tot.