In der Feuerwache 5 riecht es noch nach frischer Farbe. Die große Halle ist hell und freundlich. Große und kleine Einsatzfahrzeuge, Löschwagen mit Leiter, Transporter, Autos. In der Mitte steht sogar ein Jetski, weiter hinten ein Schlauchboot. Auf 2300 Quadratmeter Fläche passen so einige Fahrzeuge, Schutzkleidung, Gerätschaften.
Wer glaubt, dass die Fahrzeughalle den größten Teil einer Feuerwache ausmacht, wird an diesem Dienstagmorgen eines Besseren belehrt: Mit den vielfältigen Organisationseinheiten und Abteilungen der Berufsfeuerwehr München schlägt das Herz der Feuerwache 5 in Ramersdorf eigentlich erst hinter der riesigen Fahrzeughalle.
Nach acht Jahren Bauzeit und einigen Herausforderungen ist die Feuerwehrwache 5 offiziell eingeweiht worden. 2021 war die Feuerwache bereits in das neue Gebäude neben der alten Wache umgezogen, die Baumaßnahmen liefen aber stets nebenbei weiter. „Mit die größte Herausforderung während der Bauzeit war, das Gebäude zu bauen, während es in Betrieb war“, sagt Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer nach dem Rundgang durch die Wache, „umso dankbarer bin ich, dass es durch den hohen Einsatz und die große Flexibilität gelungen ist, nicht nur im Budget, sondern auch in time zu bleiben.“
Die Feuerwache 5 zeichnet sich durch ihre hausinterne Infrastruktur aus. Die Räumlichkeiten bieten nicht nur Platz für weitere Fachabteilungen der Direktion Technik wie etwa die Atemschutzwerkstatt und das Medikamentenlager oder die Bekleidungstechnik, die von der Neuperlacher Feuerwache 9 in die Feuerwache 5 verlegt wurde. Die Wachmannschaft kann sich zudem in einer großen Sporthalle etwa mit Volleyball fit halten oder an den zahlreichen Gymnastikgeräten trainieren. Zweibettzimmer wurden durch Einbettzimmer ersetzt. Begrünte Dachterrassen sollen außerdem für Erholung sorgen.


Baureferentin Ehbauer betont den Aspekt der Nachhaltigkeit des Bauprojekts. Die Skelettbauweise spare Material ein, und die Photovoltaikanlagen auf den Dächern produzierten rund 171 000 Kilowattstunden jährlich, der direkt in den Betrieb fließe - das ist soviel, wie etwa 50 Haushalte im Jahr verbrauchen. Innen dominierten natürliche Materialien wie Holz und Linoleum.
Am Eingang der Feuerwache setzen sich bunte Mosaikquadrate von der silbernen Fassade ab. Im Rahmen von Quivid, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München, hat der Künstler Manfred Pernice das Kunstwerk „Ascona 15“ geschaffen, das den Außenbereich der Nachrichtenstelle ziert. „So lebendig wie es außen aussieht, so geht’s oft innen drin zu“, sagt Ehbauer abschließend in ihrer Rede. „Das ist das eigentliche Herz einer Feuerwache, wo alles zusammenläuft.“

