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Festival:Auftritte mit Aufregung

Leonie Klinger vom Trip-Hop-Duo Umme Block gehören zu den 20 Bands, die ihren Liveauftritt mit Video aufzeichnen lassen.

(Foto: Gino Dambrowski)

"Sound of Munich Now" wird in diesem Jahr digital aus der Kranhalle übertragen. Keine Zuschauer, sondern Kameras blicken den Musikern auf der Bühne entgegen.

Von Laura Wiedemann

Laut jubelndes Publikum, eine lange Schlange vor dem Eingang und abwechslungsreiche Bühnenshows. Wenn beim Festival "Sound of Munich Now", organisiert von der Süddeutschen Zeitung und dem Feierwerk e.V., die Musikszene Jahr für Jahr zusammenkommt, dann bedeutet das für Gäste und Künstler einen Abend voll musikalischer Neuentdeckungen. 20 junge Bands aus München stehen dann auf der Bühne und haben 15 Minuten Spielzeit, um das Publikum mit ihrer Musik zu begeistern. Das ist auch in diesem Jahr so. Nur bleibt das Feierwerk erstmals in den zwölf Jahren, seit es das Festival gibt, leer. Zumindest wesentlich leerer als sonst.

Die Musikerinnen und Musiker sind diesmal nicht für einen gewöhnlichen Konzertabend in die Kranhalle gekommen, sondern stehen - statt vor Publikum - vor mehreren Videokameras. Die Ergebnisse daraus sind vom 2. November an bis zum 27. November in 20 aufwendigen Live-Session-Videos unter soundofmunichnow.de zu sehen.

Auch die Kranhalle musste dafür vom Konzertsaal in ein Video-Set verwandelt werden. Große Discokugeln hängen von der Decke, gedämpftes Licht strahlt die Künstler an. Eine intime Atmosphäre. Und eine ungewöhnliche Auftrittssituation. Auch für die Bands sei das mit Anspannung verbunden gewesen. "Aber auf eine gute Weise", sagt Daniel Fahrländer, Sänger und Gitarrist der Alternative-Rockband Youth Okay "endlich mal wieder ein Auftritt mit Aufregung!". Für sie ist es - wie auch für die meisten anderen Bands - der erste Auftritt seit einiger Zeit. Das Line-Up ist vielseitig, so zählen unter anderem Folksänger Philip Bradatsch, die Deutsch-Pop-Band Kannheiser, das Trip-Hop-Duo Umme Block oder die R'n'B-Newcomer Packed Rich & Miss Pearl dazu. Sie alle freuen sich, ihre Musik endlich wieder einem Publikum präsentieren zu können. Wenn auch über digitalem Weg. "Wir sind dankbar, dass so auch in diesen Zeiten ein Festival möglich wird", sagt Daniel Richter vom Indie-Duo Richter+Lippus. Wie wohl auch die 19 weiteren Bands seien sie schon gespannt auf das Ergebnis ihrer speziellen Live-Session.

Sound of Munich Now, Mo., 2., bis 27. Nov., täglich abends, Infos: www.soundofmunichnow.de

© SZ vom 28.10.2020
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