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Festakt:Familientreffen der Genossen

Zum Festakt in der Alten Kongresshalle auf der Theresienhöhe sind am Freitagabend mehr als 300 SPD-Mitglieder zum Feiern gekommen.

(Foto: Catherina Hess)

Historie, Dauerbrenner und der Kampf gegen rechts: Die Münchner SPD feiert ihr 150-jähriges Bestehen

Eigentlich hatte Münchens SPD-Chefin Claudia Tausend angekündigt, auf historische Lehrstunden zu verzichten. Ganz ohne ging es dann aber doch nicht, als sich die Genossen am Freitagabend in der Alten Kongresshalle auf der Theresienhöhe trafen, um das 150-jährige Bestehen der Münchner Sozialdemokratie zu begehen. Mehr als 300 SPDler waren da, darunter einige Altvordere, die schon länger aus der aktiven Politik verschwunden sind. Franz Maget zum Beispiel, der frühere Landtags-Fraktionschef, Ex-SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann, die frühere Bürgermeisterin Gertraud Burkert oder die ehemalige Stadtbaurätin Christiane Thalgott. Die SPD-Legende Hans-Jochen Vogel, von 1960 bis 1972 Oberbürgermeister, war per Videobotschaft präsent. Die Bodenpreise. Manches Thema bleibt der SPD jahrzehntelang erhalten.

Überhaupt, das Wohnen. Die Wohnungsnot begleitet München "wie ein unguter Stern", erinnerte der aktuelle Oberbürgermeister Dieter Reiter in seiner Rede. Seit 1950 seien die Bodenpreise um 34 000 Prozent gestiegen. 34 000. "Das ist Wahnsinn. Das muss aufhören", sagte Reiter, der den Bogen schlug vom Bau der Siedlung Neuperlach in der Vogel-Zeit bis zum aktuellen Streit um das neue Wohnquartier im Münchner Nordosten.

Der Kampf gegen rechts hat Tradition in der SPD, deren Sympathisanten und Mitglieder in der Nazizeit verfolgt und ermordet wurden - auf der Bühne im rot-schummrig beleuchteten Kongresssaal ging es daher ebenso um das damalige Geschehen wie um den heutigen Kampf gegen rechte Politik, also die AfD vor allem.

Allzu staatsmännisch, so war das Konzept, sollte es nicht zugehen. Und so ähnelte der Abend denn auch eher einem Familientreffen der Münchner Genossen als einem Festakt, Prominenz aus der Bundespolitik war nicht eingeladen, das Programm aus ganz vielen kleinen Beiträgen zusammengesetzt. Zu allen möglichen Themen. Vor 150 Jahren, bei der Gründungsversammlung, gab es nur einen Tagesordnungspunkt: die "Besprechung der Arbeiterfrage".