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Feldmoching/Hasenbergl:Warten aufs Gesamtkonzept

Beim Verkehr im Norden lehnen die Lokalpolitiker Teillösungen ab

Von Jerzy Sobotta, Feldmoching/Hasenbergl

Die Klage über einen drohenden Verkehrskollaps gehört im Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl zum guten Ton und ist ein Zeichen der politischen Solidarität mit den staugeplagten Bürgern im Stadtbezirk. Dennoch wollten die Lokalpolitiker in ihrer jüngsten Sitzung nicht über neue Trambahnstrecken für den Münchner Norden debattieren.

Ende November hatte die grün-rote Koalition im Rathaus sechs neue Straßenbahnlinien ins Gespräch gebracht, darunter auch eine Verbindung entlang der Schleißheimer Straße vom Petuelring bis zur Dülferstraße im Hasenbergl samt anschließendem Knick zum Bahnhof Feldmoching. Eine Machbarkeitsstudie soll sich unter anderem dieser Strecke annehmen. Es hätte also auch für die Lokalpolitiker im Norden viel Diskussionsstoff geben können. Nicht zuletzt, da ein wichtiges Argument für diese Tram-Linie die Erschließung eines hochumstrittenen möglichen Neubaugebiets (SEM-Nord) auf den Feldern Feldmochings ist.

Über ein "ÖPNV-Niemandsland" klagt zudem eine Bürgerin aus der Lerchenau, die in einem Antrag auf die miserable Anbindung der Lerchenauer Straße an den öffentlichen Nahverkehr hinweist. "Kein Wunder also, dass die Lerchenauer fast ausschließlich mit dem Auto fahren und sich gemeinsam mit allen Pendlern aus dem Norden in den Stau stellen", schreibt sie, freut sich über die neue Trambahnlinie und bittet den BA um die weitere Erschließung ihres Viertels.

Besprochen wurde das Schreiben in der jüngsten Sitzung aber nicht. Denn die Lokalpolitiker dringen darauf, dass die städtischen Verkehrsplaner bald ein Gesamtkonzept für den Münchner Norden präsentieren, sie sollen wohl noch im ersten Quartal 2021 in den BA kommen. Man wolle sich nicht über Teilfragen unterhalten, sondern Lösungen für die starke Verkehrsbelastung im ganzen Münchner Norden sehen. Darin könne die Trambahn lediglich ein Element sein, so die Meinung im Bezirksausschuss.

© SZ vom 29.12.2020
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