Feldmoching/Hasenbergl:Leben im "Langen Land"

Neubauprojekt München Hasenbergl, 2019

Heute noch Acker, bald ein neues Quartier: Zwischen Lerchenstraße und Bahnlinie sollen 900 Wohnungen entstehen.

(Foto: Florian Peljak)

Stadtrat stellt Weichen für 11,6 Hektar großes Quartier

Von Lea Hruschka, Feldmoching-Hasenbergl

Eine weitere Hürde auf dem Weg zu rund 900 Wohnungen sowie zu sozialen und gewerblichen Einrichtungen mit etwa 90 500 Quadratmetern Geschossfläche ist genommen. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat gegen die Stimmen von AfD, ÖDP/FW und München-Liste eine Änderung des Flächennutzungsplans für das neue Wohnquartier "Langes Land" gebilligt. Das 11,6 Hektar große Gebiet liegt zwischen der Ratoldstraße im Osten und den Bahngleisen München-Regensburg im Westen. Südlich wird es durch die Lerchenstraße begrenzt, nördlich endet es an der Raheinstraße. Grundstückseigentümer und Bauherr ist das Immobilienunternehmen CA Immo.

Der Satzungsbeschluss, durch den der Bebauungsplan verbindlich wird, ist für das Jahresende geplant. Das Quartier soll aufgrund des hohen Wohnraumbedarfs ein Allgemeines Wohngebiet werden. Dem Wunsch des Bezirksausschusses Feldmoching-Hasenbergl, sowohl Wohnungen als auch Gewerbebetriebe gleichberechtigt zuzulassen, wird damit nicht Rechnung getragen. Stattdessen sollen Atrium-, Reihen- und Stadthäuser sowie Bauten mit mehreren Stockwerken entstehen. 30 Prozent der Geschossfläche soll für geförderte Miet-, gegebenenfalls auch Eigentumswohnungen zur Verfügung stehen. Die restlichen 70 Prozent sind als frei finanzierter Wohnungsbau vorgesehen.

Das Kerngebiet des neuen Quartiers sollen die Park-and-Ride-Anlage und der Discount-Markt aufgrund ihrer zentralen Lage und dem Zugang zum S- und U-Bahnhof bilden. Die bestehenden Stationen sollen dem neuen Quartier als Anbindung an den ÖPNV dienen. Dagegen soll es beim Straßenverkehr Veränderungen geben. Denn selbst ohne eine Neubebauung des Gebiets wird es laut einem Gutachten mit Prognosehorizont 2035 zu einer Verkehrszunahme kommen. Das Gutachten empfiehlt deshalb den Ausbau der Knotenpunkte Dülfer-/Raheinstraße und Dülfer-/Ratoldstraße. Der Stadtrat will das künftige tatsächliche Verkehrsaufkommen jedoch erst abwarten, bevor Maßnahmen endgültig beschlossen werden. Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen sollen den Lärmschutz sichern.

Bei der sozialen Infrastruktur sollen Einrichtungen zur Kinderbetreuung berücksichtigt werden. Eine neue Grundschule ist vorerst nicht eingeplant, da der Bedarf durch fünf Grundschulen bereits gedeckt sei. Einrichtungen, die in Anregungen aus der Öffentlichkeit gefordert worden sind, wie ein nicht-kommerzieller Bürgertreff, ein Ärzte-Haus oder ein Jugendtreff, seien möglich. Kritik am Bauvorhaben ist vor allem aufgrund der weiteren Versiegelung von Flächen aufgekommen. Der Biotopstreifen an den Bahngleisen werde zu stark verkleinert, lautete ein Vorwurf. Auch der Bund Naturschutz in Bayern bemängelte, dass eine solche Versiegelung eine lokale Temperaturerhöhung, das Ausbleiben von Frischluft sowie eine Auslagerung von bisher regional erzeugten Produkten zur Folge habe. Die Fachleute versichern jedoch, der Korridor entlang der Bahntrasse solle als Frischluftschneise erhalten werden. Außerdem sollen Baumneupflanzungen und ökologische Ausgleichsflächen in der Planung berücksichtigt werden. Es sei geplant, die Bäume im Bereich der Raheinstraße 3 zu erhalten.

© SZ vom 02.07.2021
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