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Feldmoching:Abriss verhindert

Historisches Gebäude an der Raheinstraße wird erhalten

Reinhard Sachsinger hat durchgehalten, genauso wie einige weitere Bürger aus Feldmoching, und ihr konstanter Einsatz hat sich gelohnt. Das Immobilienunternehmen CA Immo hat sich von seinem Vorhaben verabschiedet, im Zuge der Bebauung entlang der Bahnstrecke in Feldmoching das historische Gebäude mit der Hausnummer Raheinstraße 3 abzureißen. Stattdessen soll es nun für Wohnzwecke hergerichtet werden.

Vor allem Anwohner Sachsinger von der "Aktionsgemeinschaft Rettet den Münchner Norden" hat sich über Jahre hinweg für den Bestand des Hauses eingesetzt - weil es aus der Zeit stamme, als Feldmoching noch ein echtes Dorf war (etwas über 100 Jahre ist das Haus alt), und weil es dem sogenannten Russenhaus ähnele, dem Murnauer Haus, in dem einst Gabriele Münter und Wassily Kandinsky wohnten. Für das schon länger leerstehende Gebäude gab es die Idee, einen Bürger- oder einen Jugendtreff einzurichten, es wurde geprüft, ob es ein Denkmal sein könnte, es gab Stadtratsanträge, es sollte mit einer Kita ersetzt werden. All diese Überlegungen führten zu nichts: passt nicht, nicht vorhanden, nicht rentabel. Die Genehmigung zum Abriss besaß die Immo schon, nutzt sie aber vorerst nicht. Der Grund für das Umdenken: "Das nachbarschaftliche Interesse, das Gebäude zu erhalten, war so groß, dass wir das gerne tun", erklärt Immo-Sprecher Markus Diekow. Für Wohnungsbau seien das Gebäude und das Anwesen geeignet.

Der CA Immo zufolge ist das Gebäude sehr sanierungsbedürftig und soll darum komplett saniert werden. Die Umnutzung werde nun im aktuell laufenden Bebauungsplanverfahren für die Neusiedlung ausgewiesen, erklärt Diekow. Anwohner Sachsinger ist froh. "Das Wichtigste war für uns, dass das Gebäude nicht plattgemacht wird", sagt er. Aber: "Wir hätten gerne in dem Gebäude eine Nutzung für die Allgemeinheit gehabt. Eine Stätte, wo sich alteingesessene Bürger und neu hinzukommende begegnen und zusammenwachsen können."